XXIII.
Lehrer-Verschiedenheit.
Zum Lehren — im wahren Lehren steckt der Erzieher —muß man, wie zu jeden: mit Geist zu treibenden Geschäft —geboren sein. Ein solcher hat sich nur des Lehrmaterialsvollkommen, durch Lernen und Üben für sich und in der Schule(äoosnäo äisoimns), zu bemächtigen; dann ist der Meisterfertig. Er hat die Regel des Lehrens in sich, braucht sich ihrernicht klar bewußt zu werden. Er singt, wie der Vogel singt,und watz er singt, ist Melodie und Harmonie.
Auf diesem natürlichen Standpunkt bleibt der zugleichdenkende Lehrer nicht stehen; er erhebt sich zun: Bewußtseinseiner Naturanlage, des Ganges und der Art ihrer Wirksamkeit,der Natur der Kinder und der Gesetze ihrer Bildung und Er-ziehung. Er wird aus einem Naturalisten ein echter Künstler,in dein sich Naturalismus und Idealismus vereinigen. Wennder Mensch das edelste Gebilde der sichtbaren Natur ist, so giebtes keine edlere Kunst als die des Menschenbildners. Er mußsich damit begnügen, seine Kunst zu üben; eine Aufstellung seinesKunstwerkes zur bewundernden Anschauung für das Publikumist unmöglich, er muß Resignation lernen. „Das Höchste istohne Dank." Selbst viele von denjenigen, welche seine genialeWirksamkeit an sich erfahren haben, kommen nicht zun: klarenBewußtsein dessen, was er an ihnen gewirkt hat. Zuweilenstellt sich dieses Bewußtsein später ein, und diese nähren es dannihr Leben lang in dankbarem Herzen. Selten kommt dieses dem