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1 (1890)
Entstehung
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Und über jedem Hause, jedem ThronSchwebt der Vertrag, wie eine Cherubswache.

-- Gerechtigkeit

Heißt der kunstreiche Bau des Weltgebäudes,

Wo alles Eines, Eines alles hält,

Wo mit dem Einen alles stürzt und fällt."-

Das sind Erinnerungen und Mahnungen für Lehrer allerStände. Zu ihnen gesellen sich auffordernde und tröstende Sprüchebesonders für Lehrer, in heiterer Gestalt.

1.Weil du liesest in ihr, was du selber in sie geschrieben,

Wähnst du, es fasse dein Geist ahnend die große Natur!"

2.Ich wollte, wir übten sie (die Tugend) alle,

Und so spräche, wills Gott, ferner kein Mensch mehr davon."

3.Spricht die Seele, so spricht, ach! schon die Seele nicht mehr."

Darin empfiehlt unser Mann die Demut vor der Naturund ihrer unergründlichen Weisheit, darin warnt er vor allermoralischeil Salbaderei.

4.Dir ein Bild sind sie (die Lange, Breite, Tiefe) gegeben,

Rastlos vorwärts mußt du streben,

Nie ermüdet stille stehn,

Willst du die Vollendung sehn,

Mußt ins Breite dich entfalten,

Soll sich dir die Welt gestalten,

In die Tiefe mutzt du steigen,

Soll sich dir das Wesen zeigen,

Nur Beharrung führt zum Ziel,

Nur die Fülle führt zur Klarheit,

Und im Abgrund wohnt die Wahrheit."

5.Kannst du selber kein Ganzes sein,

Als dienendes Glied schließ' an ein Ganzes dich an!"

6.Wer etwas Treffliches leisten will,

Hätt' gern was Großes geboren,

Er sammle still und unerschlafft

Im kleinsten Punkte die höchste Kraft."

Das siud Sätze, eigens wie für Lehrer gesprochen undLehrervereiue; für Lehrer, die, weil die Erziehung anderer dieSelbsterziehung sich zur Lebensaufgabe gestellt.

Zwei große Kreise beschreiben die Thätigkeit, weil die Ge-sinnung jedes wahrhaften Menschen: das Vaterland und der