Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
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die Beistiiilimiiig des Lesers voraus. Ich bekümmere mich nurum die Folgen dieses Gedankens.

Ist der formale Gesichtspunkt der erste, höchste, so hat mauihn bei allen andern Fragen über das Wesentliche und Charak-teristische des Elementarunterrichts im Auge zu behalten, allesÜbrige nach den Anforderungen, die er stellt, anzuordnen.

Der Elemcntarlehrer richtet demnach seine Aufmerksamkeitüberall ans das Subjekt, das er bilden will, auf den Schüler,der lernen soll, auf den bildungsfähigen und bildungsbedürftigen,unreifen jungen Menschen. In welcher Weise die Anlagen, Ver-mögen und Kräfte desselben sich entwickeln, in welcher Weise siesich ansbilden und stärken: gerade also will er verfahren; mitanderen Worten: er will sich dem Gange der natürlichen Ent-wickelung anschließen, naturgemäß wirken. Naturgemäßheit!Es ist ein viel umfassendes, unbestimmtes, aber dennoch ein un-endlich wichtiges Wort; denn es nennt dem Elementarlehrer denwichtigsten Begriff. Es verlangt von ihm Hinrichtung des Blicksauf die Beschaffenheit des zu bildenden Individuums, auf dieGesetze der Entfaltung der allgemeinen Menschennatur, die dasIndividuum repräsentiert, und gehorsame Befolgung der Vor-schriften, die sie giebt. Die Psychologie ist die Meisterin, der erdient, die Philosophie des subjektive» Geistes; sein Standpunktist dann» der subjektive. Das Gegenteil, der objektive, ordnetsich dem subjektiven unter, der Lehrstoff muß sich den Gesetzender subjektiven Entwickelung bequemen. Der Schüler ist dasCentrnm aller Bestrebungen des Elementarlehrers; alles beziehtsich auf dasselbe: der Lehrstoff, die Auswahl und Art der Be-handlung des Lehrstoffes, er selbst der Lehrer, die ganze Schule.

Wir den Elementarlehrer giebt es daher keine nächtigereFrage als die: Welches ist die Art der Entwickelung des mensch-lichen Geistes, welches ihr inneres, genetisches Gesetz?

Diese Frage ist zu weit, zu hoch und zu tief, als daß siehier erörtert werden könnte. Wir beschränken uns daher wegendes vorliegenden Zweckes auf die einzige Bemerkung: die Ent-wickelung des Geistes geht von der Anschauung aus, sie be-ginnt mit der Auffassung des Einzelnen, Konkreten, sie bewegt