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1 (1890)
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Fest mehr haben! Und nun klagt man über den Mangel desGemeinsinnes, als ob das Verschwinden desselben ein Wunderwäre! Wundern muß man sich nur, daß wir noch nicht tiesergesunken sind! Denn von den Pferderennen und von der Tier-schau werden wir doch wohl keine Wunderwirknngen erwarten.

Allerdings ist tadeln leichter, als besser machen, und un-schwerer zu sagen, wo der Schuh drückt, als einen zu macheu,der nicht drückt. Auch lassen sich, wenn man einmal die Zeitlebendiger Ideen unbenutzt hat uutergehen lassen, solche Ideen nichtleicht erfinde». Aber sie werden schon mit der Organisation derMassen wieder auftauchen. Denn der Mensch liebt es, sich zu ihnenzu erheben. Auch jetzt sind sie da; aber der Hebel fehlt, durchden sie belebt oder praktisch gemacht werden könnten. Ichhabe mein e Pflicht erfüllt, wenn ich die Feier eines allgemeinenFestes vorschlage. Ihr mögt dann die andern nennen, womöglichbessere! Wir wollen eure Vorschläge mit Dank aufnehmen.

Feiern wir alljährlich, ein Jugend- und F r ü h lings -fest! Die Jugend ist die Hoffnung, der Stolz der Nation. Inihr erblicken wir unsere Zukunft. Von ihrer Bildung, in körper-licher wie in geistiger Hinsicht, hängt der Ruhm des Vaterlandesab. Überzeugen wir uns darum alljährlich von dem Gedeihender Jugend!

An einem schönen Maitage zieht die ganze schulpflichtigeJugend beiderlei Geschlechts, von ihren Bildnern geführt, insFreie, auf einen Platz, wo füufzigtauseud Menschen Raumhaben. Gesang, Musik und Laubschmuck fehlen nicht! Alles ge-gliedert und geordnet! Nun beginnt die Menschen sch au, undwir weiden uns au der körperlichen Schönheit, dem rüstigenAussehen, den funkelnden Augen der Jugend aller Stünde.Dann folgen die mannigfaltigsten körperlichen Übungen undSpiele. Die Sieger werden bekränzt. Und so weiter!Denket das Übrige dazu! Das ist ein Volksfest im umfassendenSinne des Wortes, ein Jugend- und Naturfest, ein Fest derschönsten Hoffnungen; denn es verbürgt uns eine heitere Zukunft,dem Vaterlande eine ewige Blüte.

Diesterweg, Ausgew. Schriften. 2. Aufl. I.

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