Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
235
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komme» die einflußreichsten, gefährlichsten Zeiten! Und gerade inihnen wollte man den jungen Menschen sich selbst oder dein Zu-fall, der Gemeinheit des Lebens und der Verführung überlassen?Das wäre, gelind gesprochen, thöricht gehandelt. Das hieße an-fangen, aber nicht vollenden. Darum in allmählich abnehmenderStundenzahl fortgesetzten Unterricht und weitere Übung der geistigenKraft! Nun sind die wichtigsten Unterrichtsgegenstände: Religions-und Sittenlehre, Einprägung sittlicher Grundsätze und Charakter-bildung, die Lehre von den Pflichten und Rechten der Bürger,von dem Verhältnis der Bürger zur Obrigkeit und zu dem Staate,Kenntnis der Gesetze des Landes im allgemeinen, der Straf-gesetzgebung im besonderen und des öffentlichen Lebens überhaupt.

Das will mehr besagen und bedeuten als der bisherige all-gemeine Schul- oder Kleinkinderunterricht, als die Fertigkeitenim mechanischen Lesen und Schreiben und im unverstandenenLernen des Katechismus! Vor dein Mündigkeitsalter darf keinMensch von den Anstalten der öffentlicheil Erziehung lind Bildungsich löseil! Mit diesem Alter tritt er als selbständiges Mitgliedin jene organisierten Lebenskreise ein, diese freien,lebenslänglich fortwirkenden Bildungsinstitute!In dieser Weise ist das ganze Leben eine Schule der Bildung!Dann wird es besser, radikal. Wollt ihr den Zweck, müßtihr die Mittel wollen!

Praktische Durchbildung des ganzen Volkes, aller Stände!Ohne dieselbe ist und bleibt die Lobpreisung unserer hochgestiegenenKultur eine Prahlerei! Nur allgemeine Kultur schlitzt vorNeuerungssucht, indem sie den Sinn für Reformen erweckt. RoherPöbel unterliegt dem Konflikte zweier Faktoren: Macht des Her-kommens iil Sitteil, Gebräuchen und Beschäftigung und sinn-liche Wildheit. Jener kettet ihn an das Bestehende, dieser machtihn nenerungssüchtig. Das Betragen des Pöbels variiert je nachder Verschiedenheit des Verhältnisses dieser Einflüsse. Die Bil-dung oder die Reflexion schwächt beide Faktoren und macht da-durch zu weiterer Entwickelung fähig lind empfänglich. Der Ge-bildete übt seine Kritik an dem Bestehenden; darum liebt er dasFortschreiten, die Entwickelung. Aber der Blick auf Vergangen-