liche Religion die Wahrheit verkündigt. Aber ohne sie geht esnun und nimmer. Also zuerst beantworten wir die Frage nachder praktischen Nächstenliebe mit Ja oder 9kein. Nur iu jenemFalle ist das Folgende mehr als leerer Wortschwall.
Nun nenne ich die Mittel zur radikalen Vernichtung desPöbels.
1. Organisiert die Masse!
Unsere Zeit ist in Wahrheit die Zeit der Negation, derAuflösung, Zerstörung und Vernichtung, auch in sozialem undrealem Sinne des Wortes, gewesen. Die Herren Gesetzgeberhaben es verstanden, alte Institutionen aufzulösen; aber sie habenes nicht verstanden. Positives, Reales an die Stelle zu pflanzen.Sie haben alles rasiert.
Wie glücklich waren die Bürger in jenen Zeiten, als jederwußte, wem er angehörte, wer ihm angehörte, als noch jederein lebendiges Glied einer organisierten Korporation oder Asso-ziation war, sei es einer Innung, einer Zunft, einer Gilde!Schon als Lehrling gehörte er ihr an, als Geselle nahm er Teilan ihren Beratungen, er hatte nicht bloß Pflichten, sondernRechte, als Meister übte er Einfluß auf die Geuossen, er ver-teidigte die Rechte seiner Gesellschaft, sein Wort und sein Bei-spiel stifteten des Guten viel, der Begriff der Bürgerehre ent-wickelte sich in seinen: Herzen und die jährlich wiederkehrendenFeste waren die Glanzpunkte seines emsigen Lebens. Was habtihr an die Stelle dieser löblichen, notwendigen Einrichtungengesetzt? — alles rasiert!
Und doch fühlt sich kein Manu auf Erdeu, der iu der Gesell-schaft lebt, befriedigt durch das System der Isolierung und desSeparatismus. Er will wenigstens ein Rädchen sein in dergroßen Maschine, getrieben werden und treiben, nicht als ato-mistischer, sondern als organischer Teil eines gegliederten Ganzen.Ohne solche Gliederung und Zusammenscharung gleichartigerKräfte, welche dieselbe Tendenz haben, existiert für den vomGemeingeist noch belebten Mann kein Heil und kein Segen, es