XI.
Die Lebensfrage der Zivilisation.
11.
Soll der Tumult am 3. Xugult (1835) uns nichts lehren?
Werden wir nichts von ihm lernen? nichts, gar nichts? Hater etwa nicht deutlich zu uns gesprochen? Oder liegt es an uns,so daß wir uns auf solche Sprache nicht verstehen? Sind wiretwa blind, obgleich wir sehen; taub, obgleich wir hören? Daswäre sehr schlimm.
Eine kurze Frist (1 Monat) ist seit jenem Tage erst ver-strichen. „Und du giebst schon die Hoffnung ans, daß andere denBeweis liefern, daß jener Tag für sie ein lehrreicher gewesen?"Das nicht unbedingt, aber, offen zu bekennen, ich erwarte nichtviel inehr, oder eigentlich gar nichts. Ich glaube meine Zeit-genossen z» kennen. Was ist bis jetzt geschehen?
1) Das Gesetz über Tumulte re. ist erneuert und geschärftworden. Solches war löblich, heilsam. Den Schlechten mußman Furcht einjagen vor dem Gesetz und seinen Strafen.
2) Der Magistrat hat die guten Bürger dieser Stadt ange-redet und sie ermuntert, ihren Gesellen und Lehrburschen die Nieder-trächtigkeit des Tumultuierens vorznhalten und sie zu warnen.
Das wird jedermann nur billigen. Dabei hat der Magistratdaran erinnert, daß die Haupt- und Residenzstadt des Staatesauch ihre Ehre darin suchen müsse, in Gesittung, Bildung undBetragen die erste der Monarchie zu sein. Ein gewichtiges,inhaltsvolles,, schweres Wort!