Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
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gräbnisse angeordnet. Der Geistliche segnet die Ruhestätte einund die Gebeine, so aussprechend den tiefsten Wunsch der Trauern-den und in ihrem Namen der Kirche:daß sie ruhen von ihrerArbeit daß sie behalten bleiben bis zur Stunde, wo der Herrihnen rufet." Dann erinnert er die Umstehenden durch drei-maligen Wurf von Erde mit der Schaufel und mit bedeutungs-vollen Worten an die Sterblichkeit ihres Leibes. Nun schließeter mit Gebet und Amen. Dann treten die männlichen Leid-tragenden hinzu und werfen einige Hand voll Erde auf denhinabgelassenen Sarg eingedenk und in des Gemütes innerstemGrunde erwägend und empfindend:wir sind wie du, teurerAbgeschiedener, dem Leibe nach sterblich, der Erde angehörig, undnach kurzer Frist wird auch unser Staub sich mit der MutterErde wieder verbinden und unser unsterblicher Geist sich mitdir in Seligkeit vereinigen; mit dir bleiben wir in Liebe, Sehn-sucht und Treue verbunden; deine Liebe, dein Andenken ziehtuns von hinnen, aufwärts und himmelwärts, in das bessere,bleibende Jenseits, wo keine Thräne mehr ist und kein Leid, derZug zu dir löset uns von dieser Erde voll Schmerz und Trailer,erleichtert uns den Abschied von ihr und öffnet uns den Blickin die Heimat jenseits des Grabes."

Es hat welche gegeben, die dem Herzen der Menschen guteEmpfinduugen, gllte Gedanken und fromme, heilige Wünsche ab-sprachen und nur Böses in ihm entdeckteil. Waren die michjemals auf einem Gottesacker? haben die jemals die Sprüchegelesen, welche die Menschen trösten, ihre Hoffnungen, ihreWünsche, ihren Glauben, ihre Itiefsten Regungen anssprechen?Ich muß es bezweifeln. Jeder Kirchhof ist mir ein köstlicher,tröstlicher Beweis des Besseren in dein Menschen. Wenn derTod mit seinem Ernste in den Kreis einer bis dahin glücklichenFamilie tritt und die schwersten Prüfungen auferlegt, dann zeigtes sich, ob in der Mischung reines Erz zu finden ist. Es scheidetsich die Schlacke von dem Golde, die zeitliche Verirrung von demDauernden und Bleibenden. Alle Herzen atmen Sehnsucht undLiebe, ewige Sehnsucht nach den nun Verklärten, reine Liebe zuihrem unsterblichen Sein. Auch in dem gesunkenen Menschen