Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
110
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sehr zusagenden Inhaltes, ermüdete mich. Ich sah daher in-zwischen, mn nicht abgespannt zn werden und zu ermatten, dieEinrichtung des Gesangbuches nach. Es enthält sehr kräftigeLieder, die'den Normann ansprechen müssen. Z. B. Lied 769:

lEr kann bewahren:)

In seinen Donnern, in den Ungewittern,

Vor denen selbst der Welten Säulen zittern,

Und da, wo, Bergen gleich, empörte WellenZum Himmel steigen.

Sei alles Sturm und Aufruhr und Getümmel,

Er schuf das Meer, den Erdkreis und den Himmel.

Was er gebot im Himmel und auf Erden,

Das muß auch werden.

Anbetung sei ihm! Auch in OceanenBahnt Menschen seine Güte sichre Bahnen.

Frohlockt, frohlocket ihm! Dem Herrn der MeereSei Preis und Ehre!

Inzwischen hatte der Prediger die Kanzel bestiegen. KurzesVorwort! Dann wieder gesungen, drei Strophen. Am Schlußder Predigt noch zwei Strophen gesungen. Summa 19 Strophen,im Durchschnitt sechszeilig, macht 114 Zeilen. Das hält auchdie der Erbauung am meisten bedürfende Seele nicht aus. Wiezu allem, was gut werden soll, zwar Zeit gehört, also auch zuAndacht und Erbauung und Nachdenken über sich selbst und seineBestimmung und sein Beginnen und seine Stellung im Lebe»,weshalb ein Gottesdienst allerdings nicht abgehalten werden darf,wie eine Wachtparade; aber zu viel ist zu viel.

Nun kommt endlich das Beste, das ganz Gute, die herrlichePredigt. Es that nur in der Seele weh, daß nicht Tausende,auch aus Deutschland, sie hörten. Diese einfach-klare, eindring-lich-tiefe, gehaltvoll-reiche Predigt, wie stach sie ab gegen dieReden neumodisch-altmodischer anderer protestantischer Predigerder heutigen Zeit in dein lieben Deutschland, mit ihren bom-bastisch geschraubten, oberflächlich-leeren, mystisch-dunklen, einfachenNatursinn verschraubenden Redensarten, die, nicht an die klugenalten, klaren, sondern an die neumodisch-pharisäischen neuenJesuiten, die Ligorianer, erinnern, vielleicht sie überbieten anUnnatur und salbungsvollem Unsinn!

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