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an die Bildungsanstalten genügen können! Die Kultur kanndadurch nur gewinnen. Den» der Fortschritt des Lebensist sowohl durch den Fortschritt in Wissenschaften, als auchdurch die Erhaltung eines wissenschaftlichen Geistes unter derJugend der gebildeteren Stände bedingt. In letzterer Be-ziehung ist es zwar nicht gleichgültig, an welchen Stoffender Geist der Jugend erstarkt; das Erstarken selbst aberbleibt doch immer die Hauptsache, werde es nun an denSprachen der alten Welt oder der neuen Zeit, an Natur-kunde oder Mathematik erzielt.
19. Die Anforderungen, welche der Grundsatz der kulturgemäßeuErziehung in betreff der Gemüts- oder der ästhetischen Bil-dung macht, bestehen in zeitgemäßer Entwickelung des reli-giösen Lebens und des Kunstsinnes.
Die Religion, objektiv genommen, ist nur eiue, wie Gott nurder Eine, der Ewige und Unveränderliche, ist. Aber diese Himmels-tochter ist auf Erden in verschiedene» Gestalten erschienen, baldmehr bald weniger vollkommen. Es ist natürlich, daß jedes Zeit-alter, jede Nation, ja jede Konfession die Heranwachsende Jugendin der Form der Religion seiner oder ihrer Zeit erzogen wissenwill. Im allgemeinen läßt sich darüber nichts festsetzen, als daßdie wahrhaft religiöse Entwickelung des Gemütslebens die Kulturjeder Zeit auf die segeusvollste Weise befruchten wird. Mögedaher der Bekenner des Islams sein Kind zu seinem Propheten,der Jude den jungen Israeliten zu Moses und Jehovah hinführen,wenn nur das Herz in Liebe zu Gott und zu den Menschen erglüht;der Grundsatz der Kulturgemäßheit wird sie nicht verurteilen, jaes wäre nicht nur kulturwidrig, sondern unmöglich, daß Muhame-dauer, die nur Muhamed für den einzigen wahren Prophetenhalten, ihre Jugend in der Weise christlicher Völker erziehen.
Was die Kunstbildung betrifft, so inacht im allgemeinen indieser Hinsicht das Zeitalter nicht sehr bedeutende Forderungen.Wer nur einige Bekanntschaft mit den deutschen Klassikern undeinige Kunstfertigkeiten in der Handhabung eines musikalischenInstruments oder im Gesänge sich erworben hat, wird den An-forderungen, die an die Gebildeten gemacht werden, vollkommengenügen. Ohne Zweifel ist in dieser Beziehung die Kultur der