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änderliches Moment, weil der einzelne als Mensch im allgemeinenund als Bürger im besonderen an der Kultur Anteil zu nehmenberufen ist. Also ganz im allgemeinen gilt der Grundsatz: derMensch soll gemäß der wahren Kultur seiner Zeit in allen obendargestellten Richtungen, in äußerer, wie iu innerer und gesell-schaftlicher Beziehung, erzogen und gebildet werden. Kant ver-langt zwar eine Bildung des Menschen für die Zukunft. Genaubesehen stimmt aber diese Forderung mit der unsrigen überein.Denn aus der Gegenwart erwächst die Zukunft, wie aus derBlüte die Frucht, und die jetzt lebende Generation der Jugendbildet nach kurzer Zeit die Geueratiou der Erwachsenen. Werdaher durch die Bildung und Erziehung, welche er genießt, aufdie Höhe der Gegenwart gehoben wird, reift jede» Tag der Zu-kunft entgegen, ist also auch für die Zukunft erzogen.
Die kultnrgemäße Erziehung wollen wir noch etwas näherim einzelnen darstellen.
17. Die Erziehung zu den Sitten und Gebräuchen, also dieäußere Kultur, kann mau dem Menschen zuerst geben. Siesind zwar nicht das Wichtigste, aber der junge Mensch istzuerst für die gewohnheitsmäßige, imitative Annahme derselbenreis, und seine, gute Sitten sind ein passendes, harmonischesGewand für die Sittlichkeit selbst und Kultur überhaupt.Ihre relative Wichtigkeit ist daher mit Nichten zu übersehen.Die Welt nimmt zwar nur zu häufig die äußere Kultur fürdie innere und wahre, oder verzeiht lieber einen Mangel indieser Beziehung als eineil Fehler in jener, was dem: selbsteigentlich als Mailgel wahrer Kultur angesehen werden muß;aber darum hält sich der besonnene Mann von den beidenExtremen: Überschätzung der äußeren Kultur und gänzlicheVerwerfung derselben, entfernt. Die äußere Kultur soll derinneren den Weg bahnen, deren Annahme befördern, vor-bereiten, ihr also stets untergeordnet bleiben. Äußere Kulturaber wird, kommt erst die innere hinzu, und stimmt sie mitihr überein, die leibliche Erscheinung derselben. Der wahreErzieher, der nur der inneren Kultur selbständigen Wert zu-schreibt, wird beide leicht in das rechte Verhältnis setzen, und