782 Brandfleck -
Brandfleck, 1) Ort auf der Haut, der durchstärkere Röthe u. sonst die Spur erlittener Be-schädigung durch Verbrennung an sich trägt. 2)(Pfcrdew.) Ein brandig gewordener Sattcldruck.3) Flecken an Bäumen, welche den Brand (s. d.)andeuten.
Brandgeschoffe, allgemeine Bezeichnung der-jenigen Geschosse, mit denen man Brand zulegen sucht. Die Verwendung von B-n zuKriegszwecken ist sehr alt; Brandpfcile u. Brand-lanzen wurden mittels Katapulten geworfen,oder wie Wurfspieße geschleudert, das Feuer be-fand sich in einer napsartigen Vertiefung hinterder Spitze des Pfeils. Als Brandgeschosse warenans den glatten Kanonen glühende Kugeln imGebrauche; aus glatten Mörsern werden theilwciscnoch Brandbomben, aus den gezogenen GeschützenBrandgranatcn (s. d.) verwendet; Brandraketen(s. u. Raketen) kommen nicht mehr zur Verwendung.
Brandsiiebel, s. u. Brandmauer.
Brandgranate, gewöhnliche Granate für ge-zogene Geschütze, die außer mit Sprengladungnoch mit einer Anzahl Brander gefüllt ist (s. n.Granate). Die preußische Feldartillerie ist nichtmehr mit B-n ausgerüstet.
Brandhof, Baronin von B., Gemahlin desErzherzogs Johann (s. d.).
Brandhorn, Gattung der Stachelschnccke (s. d.).
Brandhügel (germ. Aut.), s. u. Grab.
Brandige Brünne, s. Bräune.
Brandis, Hauptst. des gleichnam. Gerichtsamtesin der Amtshanptmannsch. Grimma des königl.sächs. Negbez. Leipzig, in einer Ebene; großesRittergut mit schönem Schloß; Braunkohlengruben;1974 Ew. Hanptbrände: 1476, 1637, 1696. Diesächs. freihcrrl. Familie B. wurde 1856 in denhannoverischen Freiherrnstand erhoben. 2) Ehemal.Schloß im Emmenthal des Schwcizcrkantons Bern,einer der Stammsitze der Grafen von B.; kam vondenen von B. 1459 durch Kauf an die Stadt Bern.Das Schloß wurde 1798 zerstört u. die Ruinespäter abgetragen. Das gleichnam. Geschlecht starb1509 mir Johann aus. 8) Ehemaliges Schloßin Tirol, bei Lana. Die gleichnam. Familie, seit1654 im Rcichsgrafcustandc, blüht noch in Tirol.
Brandis, 1) Joachim Dietrich, Mcdiciner,geb. 18. März 1762 in Hildcsheim; wurde 1786Arzt in seiner Vaterstadt, 1791 in Brannschweig,1795 Physicns in Holzmindcn, 1803 Professor inKiel n. 1809 königl. Leibarzt in Kopenhagen; erst,daselbst 28. April 1846. In Kopenhagen hatteer seiner Lehrtätigkeit, welcher eine Reihe ausge-zeichneter holsteinischer Ärzte ihre Bildung ver-danken, vollständig entsagt, dafür aber einen aus-gedehnten ärztlichen Wirkungskreis übernommen.Er schr.: Technologisches Taschenbuch für Künstlerre. aus 1786, Gött. 1786; Anleitung zum Ge-brauche des Driburger Bades, Münst. 1792; Überdie Metastasen,, ebd. 1798; Über die Wirkungender Eisenmittel des Driburger Wassers, ebd. 1803;Pathologie, Hamb. 1815; Über psychische Heil-mittel u. Magnetismus, Kopenh. 1818; Überhumanes Leben, Schlesw. 1823; Über die Cholera,Kopenh. 1831; Der Unterschied zwischen epidemi-schen n. ansteckenden Krankheiten, 1833; Die An-wendung der Kälte in Krankheiten, 1833; Noso-
— Brandkitt.
t logie u. Therapie der Kachexien, 1834—39, 2' Bde.; Über Leben n. Polarität, 1836. 2) Chri-l stian August, Sohn des Vor., Philolog und> Philosoph, geb. 13. Febr. 1790 in Hildesheim;
! studirte in Kiel u. Göttingen, habilitirte sich 1813in der philosophischen Facnltät in Kopenhagen,1815 in Berlin, ging 1816 als Secretär derpreußischen Gesandtschaft mit Niebnhr nach Rom,durchforschte seit 1819 mit I. Bekker die wichtig-sten Bibliotheken Italiens, Frankreichs u. Eng-lands zur Sammlung von Materialien für diegroße Ausgabe des Aristoteles, wurde 1831 Pro-fessor der Philosophie in Bonn, nahm 1837 bis
1839 Urlaub, um dem König von Griechenlandwissenschaftliche Vorträge zu halten, wurde vondemselben zum Cabinetsrath ernannt u. kehrte
1840 auf die Professur nach Bonn zurück; er st.24. Juli 1867. Schrieb: Xsnopironbis, Onrms-nickia et Nslissi äootrina, Alt. 1813; Von demBegriffe der Geschichte der Philosophie, Kopenh.1815; Os perckitis Hi'iatotekis libris, Bon» 1823;Ausgabe der Aristotelischen Metaphysik, Berl. 1823;Anmerkungen und erläuternde Abhandlungen zuHengstenbergsAristoiclischer Metaphysik, ebd. 1824;Handbuch der Geschichte der griechisch-römischenPhilosophie, Berl. 1835—60, 3 Thle.; Solroliain ^.riatotslsin, 1836; Lolrolia. 6rasea in Lwisto-telis iuotapli)'8ion, 1837; Mittheilungcn überGriechenland, Lpz. 1842, 3 Bde.; Geschichte derEntwickelungen der griechischen Philosophie u. ihrerNachwirkungen im Römischen Reiche, ebd. 1862bis 1864, 2 Thle., n. s. w. Über ihn vgl. Cnr-tius in der Augsb. Allg. Ztg. vom 7. Juni 1868u. Trendelenburg in den Abhandlungen der Königl.Akademie der Wissenschaften zu Berlin, 1868.3) Johannes, Archäolog, Chronolog u. Numis-matiker, geb. 14. Dec 1830 zu Bonn, dritterSohn des dortigen Professors B.; gewann bereitsals Student einen Preis durch eine Arbeit: Xssz--riarum rernm teinpora emvnciata (1852), gingOstern 1854 zu Bnnsen nach London u. benutzte dieseGelegenheit zu Studien über das Assyrische, als derenFrucht seine Schrift: Über den histor. Gewinn ansder Entzifferung der assyr. Inschriften, Berl. 1856,entstand. Nachdem er noch eine weitere chrono-log. Untersuchung: Ostoinpornm Araeoorum anti-gnissimorum rnbionibns, Bonn 1857, veröffentlichthatte, trat er noch in demselben Jahre als Cabincts-secrctär in den Dienst der damaligen Prinzessin,späteren Königin-Kaiserin Angnsta, u. widmete indieser neuen Stellung seine Muße hauptsächlichnumismatischen Studien. Sein Hauptwerk: DasMaß-, Münz- u. Gewichtssystem in Vorder-Asienbis ans Alexander d. Gr., Berlin 1866. Kurzvor seinem Tode, 8. Juli 1873 , vollendete ernoch seinen Versuch zur Entzifferung der cyprischenInschriften, Septemberhcst der Monatsberichte derpreuß. Akad. der Wissensch., 1873.
1) Thamhayn.* 3) Schräder.
Brandkitt, 1) Stoff, mit welchem das Holz-werk an Gebäuden gegen das Anbrcnncn gesichertwird; besteht aus Ziegclmehl, Asche, Fcilspänenu. Leimwasser, oder geschlämmtem Lehm, geschlämm-tem Thon u. Mehlkleister ans Roggenmehl; dieserKitt darf nicht auf einmal ausgetragen werden.2) Kitt, womit einige Ernstfenerwerkkörper be-