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Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
Entstehung
Seite
767
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Brahestad

Über 8SSNllän8, gni S8b äs illustri 8bsIIa eauäata !anna 1517 oovspoota, gedruckt in Frankfurt 1610. !Besonders im letzten Werke, das in Uranienburg '1588 begonnen u. in Prag beendigt wurde, sowie 'in einem an Rothmann 1587 geschriebenen Briefe .entwickelte er sein Weltsystem, doch ist dieses soverkehrt u. jeder praktischen Verwendung in derAstronomie unfähig, daß lebhafte Zweifel sich er-hoben, ob es wirklich von dem größten Astronomenseiner Zeit, dem scharfsinnigsten Denker und ge-nauesten Beobachter herrnhren könne. Nach diesemSystem soll die Sonne in Schraubengängen vonungleicher Weite um die ruhende Erde sich be-wegen u. die Planeten bei ihrer Drehung um dieSonne alle diese Schraubengänge mit beschreiben.Der Zweifel an der Echtheit dieses TychonischenSystems wird um so begründeter, als B. einaufrichtiger Verehrer u. eifriger Anhänger desKopernikus (s. das.) war u. bald erkannte, wiedessen System mit den Erscheinungen am Himmelübereinstimmte. Auch haben seine Schüler Longo-montanus und Ursus Anspruch auf die Urheber-schaft desselben erhoben. B-s größtes u. für alleZeiten bleibendes Verdienst beruht indessen keines-wegs auf diesem System, sondern auf seinenüberaus genauen astronomischen Beobachtungenu. Untersuchungen, welche besonders in seinen?roAMiiia,sinata wiedergegeben sind. B. hat znbrstbei Sonnenbeobachtungen Rücksicht auf astronom.Refraction genommen, er machte die (übrigensvon Einigendem Abnl Wefazugeschriebene) Ent-deckung der Variationen der Mondbahn, stellteUntersuchungen über die periodischen Änderungender Neigung der Mondbahn gegen die Ekliptik aun. gab eine für jene Zeit sehr genaue Bestimmungder Mondparallaxe. Seine Bestimmungen vonSternörtern ermöglichten ihm die Aufstellung sei-nes berühmten, allerdings nur 777 Sterne ent-haltenden Fixsternkatalogs. Aus den Sonnen- u.Planetenbeobachtnngen B-s leitete später sein Schü-ler Kepler die Grundgesetze der Planetenbewegung,die berllmten Keplcrschen Gesetze ab. Nach KönigFriedrichs II. Tode wurden B. auf Betrieb desAdels seine Pfründen u. Pensionen entzogen. Erverließ deshalb Dänemark, ging 1597 nach Deutsch-land, lebte eine Zeit lang beim Grafen Ranzauzu Wandsbecku.trat 1599 in die Dienste desKaisersRudolf II., der ihm bei Prag eine Sternwarteerrichten ließ, wo er mit dem berechtigten Ausrufe:„Ich habe nicht umsonst gelebt", 24. Oct. 1601starb. Seine sämmtlichen Werke sind in Prag1611, später in Frankfurt 1648 herausgegeben.Vgl. die Lebensbeschreibung von Helfrecht, Hof1798, Pedersen, Kopenh. 1838, n. Friis, ebd.1871. 3) Ebba, Gräfin v. B., geb. 1596;

flößte durch ihre Schönheit dem König GustavII. Adolf so große Liebe ein, daß er sie heirathenwollte, was jedoch durch die Königin-Mutter Hin-tertrieben wurde. Ebba heirathete einen Herrn dela Gardie u. st. 1654. Sie ist das Sujet einesSchauspiels des Königs Gustav III. 4) Pehr,schwed. Staatsmann, Vetter der Vor., geb. 18.Febr. 1602 in Ridboholm; studirte Philologie,Mathematik u. Rechtswissenschaften u. begleiteteGustav II. Adolf auf seinen Feldzügen; er wurde1637 Gouverneur von Finnland u. errichtete hier

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besonders viele Schulen; 1641 wurde er Mitgliedder vormundschaftlichen Regierung u. Reichsrath,widersetzte sich dann Christinens Abdankung, wie-wol vergebens, befehligte 1657 die Schwedengegen Dänemark u. ward bei der Minderjährig-keit Karls XI. von Neuem Mitglied der Vor-mundschaft; er st. 1680 in Bogesüud. 5) Erich,Graf v. B., geb. 1722 in Stockholm; ließ sichals Oberst der Leibgarde 1755 in eine Verschwör-ung ein, wodurch der König die Sonveränetätunbeschränkt erhalten sollte, ward jedoch entdecktund 23. Juli 1756 enthauptet. 6) Magnus,Graf von B., geb. 1790, Enkel des Vor.; warGeneraladjntaM der schwedischen Armee, General-lieutenant, Reichsmarschall, Oberhosstallmeister,Chef des Generalstabes, Kanzler und vertrauterFreund und Rathgeber des Königs Karl XIV.Johann; er st. 16. Sept. 1844.

Brahestad, Stadt im finnl. Gouv. Uleaborg,an einer Bucht des Bottnischen Meerbusens; ge-nannt nach ihrem Erbauer, dem Grafen PehrBrahe, der sie 1649 anlegte; 2960 Ew. Eswurde im Mai 1854 von den Engländern be-schossen, das Werft zerstört und die Schiffe weg-genommen.

Brahma (Brahm), Nominativ v. Subst. Lralr-rnan, von der Wurzel barir, anstrengen od. mitAnstrengung bewegen, so daß drairman für linrli-man mit dem Suffix man ursprünglich bedeutenwürde Anstrengung, Erschütterung, und da dasGebet in den vedischen Hymnen die gewaltigegeistige Erregung ist, die innere Anstrengung, mitwelcher der Mensch sich u. sein Anliegen vor denGott bringt u. Erhörung verlangt; so bezeichnetes in der Vedasprache die als Drang und FülledesGemüthes auftretende u. den Göttern znstreb-ende Andacht n. überhaupt jede fromme Äußerungbeim Gottesdienste. Dieser ursprüngliche BegriffGebet, Andacht ist zuerst zu dem einer religiösenHandlung überhaupt u. dann zu dem des höchstenGöttlichen entwickelt worden. Daher ist B. derName des unpersönlich gedachten Gottes, deshöchsten reingeistigen Gotteswesens, das Absolute,der höchste Gegenstand der Theosophie. Daranknüpfen sich die anderen Bedeutungen: a) heiligerSpruch, Zauberspruch; b) heiliges Wort nebenvatsoll, dem profanen; s) heilige Weisheit, Theo-logie, Theosophie, die theoretische Seite, nebentaxas, Fasten, der praktischen; ä) heiliges Leben,insbesondere Keuschheit, gleich tapas, Kasteiung;s) der Stand, welcher Inhaber n. Pfleger deshl. Wissens ist, die Theologie, so v. w. die Theo-logen, Klerisei, Brahmanenschast u. ein Mitgliedderselben, ein Brahmane.

Brahma, Nominativ vom Masc.Brahman, 1)Beter, Andächtiger u. dann Beter von Beruf, d. i.Priester, Brahmane, auch Kenner der hl. Sprüche(Zaubersprllche), des hl. Wissens überhaupt. 2)Kenner des hl. Wissens im engeren Sinne undderjenige Hauptpriester, welcher die Leitung desOpfers hat u. die 3 Veda kennen soll. 3) Daspersönlich gedachte B. mit seiner geheimnißvollen, Kraft, der Heilige, der Urvater, Schöpfer, der' Allwissende u. Beschützer des menschlichen Wissens^u. Denkens. B. ist somit das Product der Abs-: traction, das künstliche Erzengniß des Denkens