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Bragi -
1557 Vicekönig in Ostindien, wo er von Goaans bedenlende Unternehmungen machte, z. B.gegen Ceylon; er kehrte 1581 »ach Europa zurücku. st. bald darauf. 2) Johann von B., Herzogvon Lafoens, geb. 1719 in Lissabon, Sohn desPrinzen Mignel, Bruders des Königs Johann V.;tvnrde zum geistlichen Stande bestimmt, erklärtesich aber, als er die Weihen erhalten sollte, ent-schieden dagegen, kam dadurch u. durch einigeLiebschaften bei seinem Hofe in Ungnade, verließdeshalb Portugal, durchreiste Europa und denOrient, hielt sich aber die meiste Zeit in Wienauf n. diente als Volontär während des Sieben-jährigen Krieges unter österreichischen Fahnen.Geist, Witz n. Dichtergabe machten ihn überallbeliebt. In Portugal verweigerte man ihm dieErbschaft seines Bruders, und erst die KöniginMaria I. setzte ihn in diese ein, ernannte ihn zmnGeneral en Chef der portugiesischen Armee undertheilte ihm andere Würden. Er stiftete die kgl.Akademie in Lissabon u. st. 1806. Der Kronprinzvon Portugal führt den Titel: Herzog von B.
"Lagai.*
Bragi (bei Neueren auch Bragur n. Braga,nord. Myth.), einer der Äsen, Odins Sohn, be-rühmt durch Beredsamkeit u. Skaldenkunst, dienach ihm braAr heißt, wie auch ein beredter MannbraAr Karin genannt wird (angelsächs. brsAsn,engl, brain, Gehirn). Auf B-s Becher (braAuckuUod. bruAariuII) wurden namentlich am Julabcnddie feierlichsten Gelübde geleistet. B. ist mit Jdnn,die Dichtkunst mit der ewigen Jugend, vermähltu. harrt auch in der Verbannung (im Winter)bei ihr ans. Nach Uhland ist B. der zum Gotterhobene, geschichtliche König n. Skalde B., der Alte<8. Jahrh.), welcher greis n. langbärtig gedacht u.einmal auch Odins Sohn genannt wird. Vetter.
Braham, John Abraham, berühmter eng-lischer Tenorist, geb. 1774 in London von jüdi-schen Altern, die schon in seiner Kindheit starben.Der Italiener Leoni nahm sich hierauf seineran, gab ihm Gesangsunterricht, und kaum 10Jahre alt, versuchte sich B. ans dem KöniglichenTheater, trat 1794 zu Bath in Concerten mitBeifall aus, der ihm auch zu Theil wurde, als er1798 im Drurylane- u. Italienischen Theater zuLondon sang. In der Folge ging er nach Italien,u. kehrte erst 1801 nach England zurück, wo er,am CoveMgarden-, dann am Königl. Theaterengagirt, für den ersten Tenoristen Englands galt.Ein großes Theater, welches er aus eigenenMitteln in seiner Vaterstadt errichtete, bot meh-reren deutschen Operngesellschaften einen willkom-menen Schauplatz. B. st. lö.Fcbr. 1856. SeineStimmmittel waren glänzend u. tadellos, seineKnnstbildung aber nicht gediegen. Bekannter alsseine Singspiele: TNs Oabinot, Oamilx tjnarrsis,k'aise Alarms u. ll'be Oeviis LriäAs sind die vonihm gesetzten Lieder, vor allen die Arie: Osatbok Plslson. Kürschner.
Bratzaspati, s. Brihaspati.
Bratze, 163 km langer Fluß in Preußen;entspringt bei Rnmmclsburg in Pommern, fließtsüdwärts, wird bei Bromberg, wo er mit derNetze durch einen Kanal verbunden ist, schiffbaru. fällt bei Fordon in die Weichsel.
- Brahe.
Bratze, altes Geschlecht in Schweden u.Däne-mark, das von Mohammer, einem Anverwand-ten König Swerkers des Älteren, um 1138 seinenUrsprung herleitet n. deren Stammhaus (Brahe-hns) noch in Ruinen ans einem Berge bei Grenna,am OUfer des Wetter-Sees, vorhanden ist. Merk-würdig sind: 1) Brigitta B., s. Birgitta. 2 )Tycho od. dänisch Tyge B., einer der berühm-testen Astronomen aller Zeiten, geb. 14. Decbr.1546 zu Knudstrup in Schonen, aus einem al-ten dänischen Geschlechte stammend; ward widerWillen seines Vaters, Otto B., von dessen kin-derlosem Bruder Jürgen B. heimlich für dieWissenschaft erzogen. Zu Kopenhagen machte dieBeobachtung einer Sonnenfinsicrniß 1560 einenso tiefen Eindruck auf ihn, daß er das Studiumder Astronomie zu seiner Lebensaufgabe machteu. sich von jetzt an hier u. später in Leipzig, wo-hin er als 14jähriger Knabe geschickt wurde, umsich dort die damals zur Erlangung öffentlicherÄmter ausreichende oberflächliche Bildung zu ver-schaffen, fast ausschließlich n. heimlich dieser Wis-senschaft widmete. Nach längeren Reisen durchDeutschland, die Schweiz n. Italien kehrte er nachKopenhagen zurück, Zu Rostock, Wittenberg undAugsburg verband er mit seinem ersten Studiumdas der Chemie. Sein mütterlicher Oheim, SteenBilde, ließ ihm zu Heeritzwalde, unweit Knudstrup,eine Sternwarte einrichten, wo er in der Kassiopeia1572 einen neuen, 1574 wieder verschwundenenStern entdeckte (Os nova steila anni 1572.Kopenh. 1573). Erst 1574 begann er astronomischeVorlesungen zu halten. Er hatte sich damals miteiner Banerstochter verheirathet; diese Verbind-ung, in der er sehr glücklich lebte, zog ihm denHaß seiner Verwandten u. des dänischen Adels zu,der ans seine spätere Schicksale von nachiheiligemEinflüsse war. König Friedrich II. ließ ihn reisenund gab ihm ein Jahrgehalt, schenkte ihm auch1576 die Insel Hveen im Sund n. verwilligteihm ansehnliche Summen zur Erbauung einesmit Sternwarte und Laboratorium versehenenSchlosses, Uranienburg, das 1580 vollendet wurde,u. eines Wohnhauses für Studircnde (Sternbnrg).Auch erhielt er vom König ein Lehn in Norwegenn. eine Stiftsherrnpfründe, ans deren Einkünftendie Anlagen ans Hveen erhalten wurden, welchebeide noch in Ruinen vorhanden sind. Die Stern-warte rüstete B. mit einer großen Sammlungsehr werthvoller, nach seinen eigenen Angabenconstruirter Instrumente aus n. stellte mit den-selben 17 Jahre hindurch astronomische Beobacht-ungen an. Auch ein chemisches Laboratorium be-fand sich in Uranienburg, sowie eine eigene Drucke-rei, aus der außer astronomischen auch chemische,medicinische u. selbst poetische Arbeiten von B.hervorgingen. Bon ersteren sind zu erwähnen:^poioAstioa rssponsio aä cujusckam Osripatvtieiin Leotia änbia, vidi cks paraiiaxi eomstarumopposita, Uranienburg 1591; Opistolarnm astro-nomiearnm iibri ete., ebd. 1596. Hier auch be-gann er seine berühmten Werke ikstronomieasiustauratas proAz-mns.sms.ta, guornm itg.se primapars äs rsstitutions motuum soiis et IrmassteUarumgus insrrantium traetat, 1603, undOs munäi astlisrsi rsosutioribns pbasnomenis