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Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
Entstehung
Seite
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Bowle —

.Messer, von James Bowie, der bei Fort Alamofiel, erfunden; besonders geschickt wissen es die 'Bewohner der südwestl. Staaten zu gebrauchen. '

Bowle (engl.), 1) Trinkgeschirr, Napf, Ter-rine. 2) Der Inhalt eines solchen Trinkgefäßes.Das Bowletrinken stammt aus England, wo derPunsch, die Stelle des Weines vertretend, in einerB. znbereitet, anfgetragen wird. Später kam eserst in Gebrauch, Wein in einer B. mit Gewürzen,wie Pomeranzenschalen, Nelkenpfeffer rc., oder mitKräutern, wie Waldmeister (Maitrank) u. Früch-ten, wie Erdbeeren, Ananas, Apfelsinen rc., unterZugabe von Zucker zu versetzen.

Bowles, William Lisle, engl. Dichter, geb.24. Sept. 1762 in Kings Sutton in Northamp-tonshire; stndirte zu Oxford, wurde Geist-licher u. 1803 Präbendar an der Kathedrale vonSalisbury; er starb 7. April 1850 daselbstals Oberpfarrer in Bremhill. Seine Schriftensind ungemein zahlreich ; als Dichter hat er Mords-Worth, Southey u. Coleridge begeistert u. gebildet.Sein erstes Werk: I'ourkssn 8onuets. 1789, diewiederholt vermehrt wurden. Sie gehören zu denErstlingsfrüchten des hereinbrechenden neuen poe-tischen Zeitalters. Eine Ausgabe der Werke Popesverwickelte ihn in einen Streit mit Camp-bell u. Byron. Unter seinen dichterischen Schriftenheben wir hervor: l'oombe Killen anä 8t. M-ellasl's Llount; Lattls ok tüe Klils; 8orrorvs«k 8vvit2erlan<1; 8pirib ok Discovery, c>r tlisOonguost ok tlle Ooean; 8t. ckalin in katmos,or tlw last Lpostls. Besonders schön ist seinletztes Werk: l?osins ok 8outli, anä soms otlrsrNoems ok LlelLnolwlz- anä I'unez- rc., 1837.

W. Körner.

Bowlinggreen (engl.), 1) mit Rasen bewach-sener Kegelplatz; 2) jeder sorgsam erhaltene grüneRasenplatz in einem Garten; sie müssen, um eingleichmäßiges schönes Grün zu erhalten, oft kurzabgemäht n. bei anhaltender Trockenheit bewässertwerden.

Bowlinggreen, Hauptstadt des WarrenCountyim nordamerikanischen Unionsstaate Kentucky, amBarrenriver, welcher von hier aus für Dampfbooteschiffbar ist; bedeutender Handelsplatz, besondersfür Schweinefleisch u. Tabak; Fabriken; 4600 Ew.

Bowmannsche Drüsen (Anat.), einfachschlanchsörmige, öfter mit kolbig angeschwollenem,dickem Ende versehene u. leicht geschlängelte Drü-sen in der Schleimhaut des zur Geruchsempsindungdienenden Theils der Nase.

Bownie (Baonne), kleines Fllrstenthum inVorder-Jndien (Bundelcund); 320 UFIcm; 18,000Ew.; seit ungefähr 1750 unter einer mohamme-danischen Radscha-Familie, infolge Schenkung desPeischwa, was von den Engländern 1802 bestätigtwurde; unter britischer Oberaufsicht.

Bowring, Sir John, hervorragender engl.Staatsmann, Reisender u. Schriftsteller, geb. 17.Octbr. 1792 zu Exeter in der Grafschaft Devon,der Sohn eines Tuchfabrikanten; trat, kaum14 Jahre alt, in das Geschäft seines Vaters undwidmete seine Mußestunden fast ausschließlich demStudium neuerer Sprachen, der Naturgeschichte u.Chemie. Er machte dann Geschäftsreisen für sei-nen Vater in Europa, auf denen er sich bei seinem

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seltenen Sprachtalent die meisten Sprachen die-ses Continents aneignete u. poetische Anthologiender russ., holl., serb., span., magyar. u. poln. Li-teratur in englischer Übersetzung heransgab. B.erlernte später noch eine Anzahl außereuropäischerSprachen, so daß er etwa 40 Sprachen beherrschteu. von etwa 200 Kenntnisse besessen haben soll.Seine enge Verbindung mit Jeremy Bentham(s. d.), Englands Reformator in der Gesetzgebungu. Begründer der Niitzlichkeitstheorie, führte ihnferner dem Studium politischer n. volkswirthschaft-licher Fragen zu. 1825 wurde er Redactenr derkurz zuvor gegründeten KVestmin^tor Ikovisrv,eines damals höchst wichtigen Organs für philo-sophischen Radicalismus. Hier stritt er fünf Jahrelang, noch ehe an die Gründung der Freihandels-partei in England gedacht ward, für die Princi-pien des Freihandels, und hier förderte er unterder Führung Benthams, dessen Testamentsvoll-strecker er später wurde, die Sache der Parlaments-reform, der Emancipation der Katholiken, religiö-ser Toleranz n. öffentlichen Unterrichtes. Im I.1828 erhielt er, nachdem er sein Fabrikgeschäftaufgegeben, eine Mission nach den Niederlanden,um über die Finanzlage dieses Landes zu berichtcn. Seine im Lloruiu» Horalä hierüber ver-öffentlichten Briefe erwarben ihm den juristischenDoctorgrad von der Universität Groningen. Diebesondere Aufmerksamkeit, die B. den Handels-verbindungen Englands u. den festländischen Re-gierungen widmete, ließen ihn dem liberalen Mi-nisterium von 1834 als die geeignete Persönlich-keit erscheinen, die an der Spitze einer Commis-sion nach Frankreich gesandt wurde, um über denStand des Handels zwischen beiden Ländern zuberichten, u. die von ihm u. Villiers verfaßtenksportg on kks eommsroial rslakions sietuvssuKranes anck Orsat-Uritain, Lond. 1835—36, 2Bde., gelten durch ihre Fülle genauer Thatsachenals Meisterstücke ihrer Art. In seinem Rsporkon ksis oommsres auci mauukaoturss ok 8«ik2sr-lanä, Lond. 1836, deutsch von Henne, Zur. 1837,entwickelte er die Bortheile der Handelsfreiheit demProhibitivsystem gegenüber. Weitere Missionenin Verkehrs- u. Handelsfragen erhielt er nach Bel-gien, Italien, insbesondere nach Toscana 1836,dann nach Ägypten u. Syrien n. vertrat Englandbei der großen Zollvereinsversammlung zu Berlin1838. Sein Bericht über den deutschen Zollverein(deutsch, Berlin 1840) erregte in Deutschlandgroßen Anstoß. Nachdem B. von 1834—48 alsMitglied im Unterhause gesessen, erhielt er, derbereits in der Verwaltung Lord MelbournesKommissar beim öffentlichen Rechnungswesen ge-wesen war, im Januar 1849 die einträglicheStelle eines Konsuls in Hongkong, wo er späterauch als bevollmächtigter Minister fungirte. Hiererwarb er sich durch die Festigkeit, mit der er denRänken der chinesischen Behörden entgegentrat,das Vertrauen des Ministeriums in solchem Grade,daß er, ans Urlaub in England anwesend, am 9.Februar 1854 zum Ritter n. zum Gouverneurvon Hongkong u. Oberaufseher des engl. Handelsin China ernannt wurde. Um diese Zeit veröf-fentlichte er auch sein Werk über das Decimal-system: Ills vsoimal 8^stsm in uumbsrs, eoüw