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Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
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Becken.

Götlingen Theologie, dann Medicin, war 1810Hofmeister beim Kurprinzen 0. Hessen, 1811—18Führer des Erbprinzen von Anhalt-Bernbnrg;trat 1819 in den preußischen Staatsdienst u. wurdeOberrcgiernngsrath im Öbercensnrcollegium u. imMinisterium der geistlichen und Unterrichtsan-stalten. Nachdem er 1827 katholisch gewordenwar, schied er ans dem Staatsdienste und bezogsein Gut Grünhof bei Rcgenwalde in Hinter-pommern. Vom König Friedrich Wilhelm IV.wurde er in den Adclstand erhoben und in denStaatsdienst znrückbernfen, zum Präsidenten desLandesökonomiecollcginms ernannt u. 1849 vonMünster in den Landtag gewählt. B. st. im Ruhe-stände 27. Febr. 1858 zu Grünhof in Pommern.Er schr.: Zur Kirchenvercinignng, Halle 1814;An die deutsche Jugend über der Leiche Kotzebues,Hann. 1819; Die katholische Wahrheit, Regcnsb.1840—46 , 4 Bde.; Das Verhältniß von Haus,Staat u. Kirche zu einander und der Schule zuHaus, Staat u. Kirche, Berl. 1849; gab heraus:Jahrbücher des preußischen Volksschulwcscns, ebd.1825—29, 9 Bde.

Becken (lat. Volvis), V. des Menschen. Unter-ster Theil des Rumpfes, zwischen dem letzten Len-denwirbel n. den Schenkeln, mit deren Köpfen esin Gelenkverbindung steht; wegen entfernter Ähn-lichkeit seiner knöchernen Grundlage mit einemHanddecken so genannt. Es wird zunächst gebildet vonden B-knvchcn (B-bcinen, Ossa xskvis). Diesesind: u) Das Kreuzbein (Heiliges Bein, Ossaoruw), der Knochen, der nach hinten das B.schließt u. gleichsam als ein nach unten zngespitztcrKeil zwischen die beiden Hüftbeine hincingetriebenist, der auf ihm ruhenden Wirbelsäule gewisser-maßen als Piedestal dient und somit die ganzeWirbelsäule u. damit den ganzen Oberkörper imStehen u. Sitzen trägt. Es besteht ans 5, zu-weilen 6 oder nur 4 unter einander fest verschmol-zenen Stücken, an denen man noch die einzelnenThcile der Wirbel unterscheiden kann n. die mandaher zum Unterschiede von den übrigen, wahrenWirbeln (Vsrtelirao vsras), falsche Wirbel (Vsrto-bras sxurias) nennt. Von oben nach untennehmen diese Wirbel n. damit der ganze Knochenan Größe ab. Die obere Endfläche des Kreuz-beines trägt in ihrer Mitte eine ovale Gelcukflächczur Verbindung mit dem letzten Lendenwirbel;dahinter zeigt sich eine dreieckige Öffnung, derEingang zu dem das Kreuzbein der Länge nachvon oben nach unten durchziehenden Kanal, demÄreuzbcinkanal (Oanaiis saeralis), der die Fort-setzung des durch die ganze Wirbelsäule verlaufen-den Rückcnmarkskanals ist n. nach unten allmählichan Breite u. Tiefe abnimmt. Neben dieser Öff-nung ragt rechts u. links je ein oberer Gelenk-fortsatz des ersten Kreuzbeinwirbels empor zurVerbindung mit den unteren Gelenkfortsätzen desletzten Lendenwirbels. Die Vorderfläche des Kreuz-beines n. die der zunächst oberhalb desselben ge-legenen Wirbelkörpcr bilden an ihrer Vereinigungs-stclle einen nach vorn vorspringeuden Winkel, dasVorgcbirg (Uromontorium). Die vordere, dieHintere Wand des kleinen B-s bildende Flächedes Kreuzbeines ist der Länge u. Breite nachconcav u. hat vier Paare von oben nach unten

an Größe abnehmender und näher an einanderrückender Löcher, die vorderen Kreuzbeinlöcher(^oramina. suoralia, uuborioru), die in den Kreuz-beinkanal führen u. den vorderen Kreuzbeinnervenzum Durchtritte dienen. Zwischen den Löcherneines jeden Paares zeigt eine quer erhabene Leistedie Grenze der verwachsenen falschen Wirbel an.Den zwischen den vorderen Krenzbeinlöchcrn ge-legenen dicken Theil des Kreuzbeines, der den ver-wachsenen Wirbelkörperu entspricht, bezeichnet manals seinen Körper (Oorpus ossis saori), die außer-halb derselben gelegenen dünneren Theile, denverwachsenen Querfortsätzen entsprechend, alsSeitentheile oder Flügel (Astssas laboraiss s.rVIas ossis ss-ori). Die Hintere, convexe Fläche istrauh u. uneben u. trägt 5 parallele rauhe Leisten;die mittlere dieser Leisten (Orists, saorslis msckia)wird von den unter einander verwachsenen Dorn-fortsätzen, die beiden folgenden von den untereinander verwachsenen Gelcukfortsätzen, die beidenäußersten von den unter einander verwachsenenQuerfortsätzen der Krenzbeinwirbel gebildet. Amunteren Ende der mittleren Leiste liegt die untereEndöffnung des Krenzbeinkanals, der sog. Kreuz-beinschlitz (Hiatus sueralis). Zwischen den beidenäußeren Leistenpaaren liegen die Hinteren Kreuz-beinlöcher (Voraminasaeraliaxostoriora), anZahl,Lage und Bedeutung den vorderen entsprechend.Die zwei den unter einander verwachsenen Gelenk-fortsützen entsprechenden Leisten laufen unterwärtsin zwei griffelförmige Hervorragnngen aus, welchedie verkümmerten unteren Gekenkfortsätze des letztenKreuzbeinwirbels repräsentiren, seitwärts vomKrenzbeinschlitze stehen u. Kreuzbeinhörncr (Oorirua,suoriüia) genannt werden. Die nach unten con-vergirenden Seitenränder des Kreuzbeines tragenan ihrem oberen, dicken Ende eine ohrförmige Ge-leukfläche (lluoiss uuricularis) zur Verbindungmit den entsprechenden Flächen an den beidenHüftbeinen, werden nach unten schmaler u. rauherund enden in eine stumpfe Spitze, die eine über-knorpelte Fläche zur Verbindung.mit dem Steiß-beine trägt. Im weiblichen B. ist das Kreuzbeinbreiter, kürzer u.flacher gekrümmt, als im männlichen,auch tritt sowol oben das Vorgebirg, als unten dieSpitze weniger hervor, wodurch der Ein-u.AusgangdeS wcibl.B-ssehranGeränmigkeit gewinnt. b)DasSteiß- oder Knkuksbein <0s ooeez-As) bestehtans 4 Knochen, welche unterhalb des Kreuzbeinesliegen. Selten sind die einzelnen Stücke zu einemeinzigen Knochen vereinigt, oder 5 oder 3 Stückevorhanden. Der oberste Knochen hat einige Ähn-lichkeit mit einem Wirbelbeine ohne Bogen; zubeiden Seiten des Körpers gehen nach oben zweiHörnchen (Oornua eoeez-Asa) ab, die sich mit ähn-lichen des Kreuzbeines verbinden; die 3 anderenwerden immer kleiner, haben ober- u. unterhalbGelenkflächen da, wo sie einander berühren, u.sind durch die Steißbeinbänder (lÜAamonba suoro-ooooz'Ass,) verbunden. Alle Knochen sind sehrweich u. schwammig. Die Verwachsung der ein-zelnen findet am häufigsten beim männlichen Ge-schlechts statt, weit seltener beim weiblichen, woeine größere Beweglichkeit wegen der Erweiterungdes B-ansganges bei der Geburt nothwendig ist.Bei den Thieren geht das Steißbein in die Schwanz-