52 Baypoor -
da das Hau-B. nur im Falle des Bedarfes, d. h.dein, Naykämpse in gegen Cavalcrie, aufgepflanztwird. Das B. dient wesentlich dem moralischenElement, denn znm wirklichen Gebrauche desselbenkommt es ini Gefechte äußerst selten. B-attake:der früher als Ausschlag gebend stets angewandteMassenangriff; in der neueren Taktik, der ge-steigerten Feuerwirkung der neueren Gewehrewegen, durch Angriffe kleiner Colonnen u. starkerSchntzcnschwärme ersetzt. Bayonnetiren: dasFechten mit dem Bayonnetirgewehre, setzt in allenArmeen geübt, hauptsächlich um dem InfanteristenVertrauen zn seinem Gewehre auch als blankerWaffe zn geben.
Baypoor, s. u. Baipur.
Bayreuth, X. ehsmal. Fürstenthnm im Fränki-schen Kreise; getheilt in Oberland (oberhalb desGebirges, mit den Städten B., Knlmbach, Wun-sicdel, Hof n. a.) n. Unterland (unterhalb des Ge-birges, mit Erlangen, Neustadt a. d. Aisch n. a.);jenes gebirgig (Fichtelgebirge), mit Waldung,Bergbau (Eisen, Marmor, Alaun, Thon znFayence),Viehzucht, Flachsbau; dieses flach, etwassandig, doch fruchtbar; Flüsse: Main, Eger, Naab,Saale, Rezat n. a.; umfaßte 1807 3579,nUf Inn,mit 251,000 meist lutherischen Ew. Die ältereGeschichte eines Theils des Landes, der späterFürstenthnm Knlmbach oder B. genannt ward,fällt mit der Geschichte von Ansbach (s. d.) zu-sammen; ein beträchtlicher Theil gehörte im 12.n. 13. Jahrh. den Herzogen von Meran. Als12-18 Otto, der letzte Herzog von Meran, gestorbenwar, kam ein Theil von seinen Ländern, nämlichB., Weidenberg u. a., an die bnrggräfliche Fa-milie, nämlich an Friedrich, später als Burggrafder III. dieses Namens, dessen Gemahlin Elisa-beth eine Schwester jenes Otto war. Friedrich III.u. seine Nachfolger machten noch bedeutende Er-werbungen dazu. Bei der Theilnng unter dieSöhne des Burggrafen Friedrich V. 1398 erhieltder jüngere, Friedrich (VI.), das Land zn Franken,der ältere, Johann (als Graf von Hohenzollern),das Land oberhalb des Gebirges mit B. Derselberesidirte zn Plassenbnrg, erwarb Krailsheim u.Erlangen; er st. 1420 ohne männliche Erben, seinLand fiel daher an seinen Bruder Friedrich VI.,seit 1417 Markgraf von Brandenburg, als solcherFriedrich I. Von diesem erbte 1440 das Fürsten-thnm ober dem Gebirge sein ältester Sohn Jo-hann IV., der Alchemist, trat es aber 1457 sei-nem Bruder Albrecht Achilles, welcher das Für-stcnthnm unter dem Gebirge erhalten hatte, ab u.zog ans das Schloß Scharfeneck bei Bayersdorf;er st. 1464. Die beiden Söhne von Albrecht Achilles,der 1471 Herr aller brandenbnrg. Lande gewor-den war, Friedrich u. Sicgmnnd, regierten ge-meinschastlich bis 1495, in welchem Jahre derLetztere kinderlos starb, n. B. fiel wieder an Ans-bach, mit dem es nun 46 Jahre vereint blieb,indem die Söhne des Markgrafen Friedrich,Georg der Fromme u. Kasimir, gemeinsam re-gierten. Als der Letztere 1527 st., regierte Georgals Vormund des unmündigen Sohnes seinesBruders Kasimir Albrechts bis 1541 über B. u.Ansbach. 1541 zwang ihn sein Neffe zur Nieder-legnng der Vormundschaft, u. nun erhielt Albrecht
- Bayreuth.
der Jüngere Alcibiades B. dnrch das Loos.Dieser, ein kriegerischer n. ausschweifender Fürst,socht zuerst für Kaiser Karl V. gegen die Pro-testanten n. ward dnrch die kursächsischen Truppen1547 bei Rochlitz gefangen, aber nach der Mühl-berger Schlacht wieder befreit. Nun versuchte erbald dnrch Drohungen, bald durch List n. guteWorte, seine Unterlhanen zur Annahme des In-terims zn bewegen, aber umsonst. 1551 belagerteer Magdeburg mit Kurfürst Moritz von Sachsen;1552 verließ er des Kaisers Sache, um sich mitFrankreich zn verbinden, entriß den Bischöfen vonWürzbnrg und Bamberg u. der Stadt Nürnbergbedeutende Gebietsthcile u. trat mit dem Ver-langen, daß ihm diese Eroberungen bestätigt wür-den, plötzlich wieder znm Kaiser über. Die Be-theiligten aber eroberten das ihnen Genommenewieder, nachdem sie 1552 mit Kurfürst Moritzvon Sachsen n. Herzog Heinrich von Brannschweigeinen Bund zn Eger gegen Albrecht geschlossenhatten. Nach der Besiegung Albrechts bei Sievers-hanscn wurden seine Länder besetzt, die FestungPlassenbnrg erobert u. Albrecht selbst geächtet,ilnstät u. flüchtig irrte er umher u. suchte Zufluchtin Frankreich bei König Heinrich II. Er st. den8. Jan. 1557. Auch er hinterließ keine Kinder,n. B. ward wieder mit Ansbach vereint. Nachdem Tode Georg Friedrichs von Ansbach (1603),der die größte Mühe gehabt hatte, die scqnestrir-tcn Güter in Besitz zn bekommen, fielen die frän-kischen Markgrafschaften nach dem Geraischen Erb-vertrage von 1598 an die brandenbnrg. Knrlinie.Durchs Loos erhielt Christian, Sohn des KurfürstenJohann Georg, das Oberland, sein Bruder Joa-chim Ernst das Unterland. Von 1603—1?Wwaren die beiden Fürstenthümer getrennt. Chri-stian nahm seine Residenz zu B., n. seitdem wurdeder Name Markgraf von Brandenbnrg-B. dergewöhnlichere. Christian erbaute die hohe BasteiChristiansbnrg zn Plassenbnrg, u., nachdem zweifurchtbare Brände die Residenzstadt B. 1605 n.1621 heimgesncht hatten, die dortige Hanptkirche(Lüadtkirche) n. die Kanzlei (jetzt Regiernngsge-bäude). Er förderte die Sache des Protestantis-mus in seinen Ländern n. nahm, nachdem er sichan Gustav Adolf angeschlossen, thätigen Antheilam 30jähr. Kriege. Im Sept. 1632 wurde Plas-senbnrg von Wallenstein vergeblich belagert, B.dagegen erobert u. geplündert. Der Markgrafmußte fliehen; er begab sich nach Dresden. 1635trat er dem Prager Frieden bei. Nun drangen1639 die Schweden ins Land n. hausten darinebenso, wie vorher die Kaiserlichen n. die Bayern.Sie blieben bis 1648. Der Markgraf st. 1655.Sein Enkel, Christian Ernst, Sohn des 1651verstorbenen Prinzen Erdmann August, folgte ihm,stand aber bis 1662 unter Vormundschaft seinesOheims Georg Albrecht (s. unten) n. des Kur-fürsten Friedrich Wilhelm von Brandenbnrg. Erfocht mit gegen Ludwig XIV., war bei dem Ent-sätze von Wien u. befehligte 1673 n. 170" alskaiserlicher Feldmarschall die Reichsarmee gegendie Franzosen. Er stiftete 1664 das Gymnasiumin B. Unter ihm wurde 1699 von einem fränki-schen Adeligen eine Ritterakademie in Erlangenerrichtet (eröffnet 1702), zu deren Aufblühen der