Druckschrift 
Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
Entstehung
Seite
51
Einzelbild herunterladen
 

51

Baylen —

Castanos, deshalb znm Herzog v. B. ernannt, u.Reding eingeschlossen war. Auch die weit nördl.stehende Division Vedel wurde mit eingeschlossen.Die 14,000 Franzosen sollten vertragsmäßig nachFrankreich geschafft werden; die Spanier brachenaber den Vertrag n. hielten sie in den Kerkern u.Pontons zu Cadiz gesangen.

BayltN, Herzog v. B., s. Castanos.

Bayles (span.), Unterrichter in Dörfern u.kleinen Städten.

Bnynes, 1) Thomas Spencer, engl. Phi-losoph, Sohn n. Schüler des Edinburgher Prof,der Logik William Hamilton (s.d.),Prof.der Logik u.RhetorikandcrUniversitätSt.AndrewsinSchottland.Werke: Tn sssa./ on tlrs nerv auaJ'tie ok loAisalformsrvitlluüistorioalapxsnäix, ELinb. 1850,2. A.,1853; sodann eine Übers, von Arnanlds IwAignsäs Rort-Roz'ul, 2. A., 1854, n. a. 2) RobertHall, engl. Geistlicher n. Dichter, geb. 10. März1831 zu Wellington in der engl. Grafsch. Somer-set; bezog 1856 die Universität Oxford, wo er inSt. Edmunds Hall 1859 Magister ward. ZumPriester geweiht, erhielt er zuerst die Stelle einesHilfsprcdigers in London (in Whitechapel), 1862eine Pfarre zu Maidstone, 1866 eine andere zuCoventry n. ward 1870 zum Bischof von Mada-gascar ernannt. Er ist der Verfasser von: TRompanion Io tlis Oomwunion Lsrvieo ob UroOlmrod ok Rn^lanä, 1859; Mw Lantorburz'R)'wua.l, 1863; Tnbumn Nsmoriss anä oldsrversss, 1868, und mehrerer anderer Gedicht-sammlungen: Rzwa. TngUoana,, Rn^lisd Rzrios,Roolcs ok sacroä Rosms, u. 1874: Roms Lonxstdr guist Rours, sowie das TIannal ob Ra.ml1)'I'razsrs, Mrs Olmriot ok Israel u. a. m.

Bayonnc, Hanptst. des gleichnam. Arr. imsranz. Depart. Nieder-Pyrenäen, am Zusammen-flüsse der Nive mit dem Adour; Festungniit Citadelle, von Vauban erbaut; Kriegshafcusourch zwei lange Molos gesichert) mit Schiffs-werften n. Arsenal; Sitz eines Suffraganbischofsvon Auch; Handelsgericht, Börse, theologischesSeminar, Seemannsschule, Zeichenschnle, Münze,Kathedrale; Handel mit Wein (B-er Wein, des.znm Verschneiden leichter Weine, der beste In-ranyon blaue). Branntwein, Getreide, Öl, Cho-colade, Schinken (B-r Schinken, bes. groß undwohlschmeckend), Leinwand, Papier, Glas, Leder,Mastbänmen, Dielen rc.; 27,173 Ew., wovon je-doch nur 17,977 in der eigentlichen Stadt; Ge-burtsort von Lafitte und Navignan. — B. sollschon zur Römerzcit unter dem Namen Rapnr-änm existirt n. znm Lande der Tarbeller gehörthaben; es war schon im 4. Jahrh. Festung undHandelsplatz. Das Bisthum wird bis znm 9.Jahrh. znrückgeführt. Die Herzöge von Gascogne,von welchen gegen das Ende des 10. Jahrh. dieNormannen vertrieben wurden, gaben der Stadtviele Privilegien. Den Engländern, welche sich1153 der Stadt bemächtigt hatten, schickten dieEinwohner 1224 30 Galeeren gegen Frankreichzn Hilfe. 1292 ging durch einen Matroscnstreuvon B. der Krieg zwischen Frankreich u. Englandans, u. ward dasselbe 1293—95 von den Fran-zosen besetzt. In einer Fehde mit dem von densranz. Königen unterstützten Adel unterlag die Stadt

Bayomict.

1461, und Dnnois u. der Graf v. Foix nahmendieselbe durch Capitnlation; von da ab blieb die-selbe bei Frankreich. Das Gouvernement nebstder Hälfte der Stenern verlieh Heinrich IV. seinerGeliebten Corysandra von Grammont erblich;Richelieu schenkte es einem seiner Secretäre, deres um 26,000 Fr. an die Stadt verkaufte. Hierim Juni 1565 Zusammenkunft Karls IX., seinerMutter Maria von Medicis, seiner SchwesterElisabeth, Königin von Spanien, n. des HerzogsAlba, bei welcher die Ausrottung der Protestantenin Spanien u. Frankreich verabredet wurde. 1572hier grausame Verfolgung der Protestanten. 1674wurde die neue Befestigung B-s von Vauban be-gonnen. In der folgenden Zeit sank B. durchBeschränkung des Handels, doch hob es sich wieder,seit 1784 der Handel nach Amerika freigcgcbenu. B. znm Freihafen erklärt wurde. In der Re-volution ward die Bevölkerung größtentheils zurAuswanderung gcnöthigt, das Bisthum kam nachPan, aber 1801 Lurch das Concordat zurück. Hierauch Vertrag im Mai 1808, wo Karl IV., Königvon Spanien, zu Gunsten eines von Napoleon znbestimmenden Nachfolgers der Krone entsagte u.der Prinz von Asturien (Ferdinand VII.) diesenVertrag gezwungen anerkannte; s. Spanien. Am10. Mai dess.J. die B-r Convention zwischenFrankreich und dem Großherzogthum Warschau,wodurch u. a. die Berliner Bank n. Scehandlung20 Will. Thlr. verlor. 1814 ward B. vergebensdurch die Spanier n. Engländer belagert. 1833bis 1839 war B. der Sammelplatz der spanischenEmigration u. eine Art Operatiousbasis im Car-listischen Kriege in Spanien, sowie ein Sammel-punkt der spanischen Emigranten.

Bayonnet (fr. Ra.)'onnsltv), anfangs zwei-,später dreischncidige Stoßwaffe der Infanterie, aufdas Gewehr gesetzt. Einige glauben, es sei vonden Malaien, die ans das Gewehr ihren Krispflanzten, zu den Holländern gekommen, die esbei ihren Regimentern in Ostindien anwendctcu;die Mehrzahl nimmt an, cs sei zu Bayonne 1640erfunden, 1647 aber von den Franzosen zuerstin den Niederlanden n. von 1679 an allge^mein angewendct worden, obgleich erst spaterdie Schweden und seit 1732 die Preußen einenumfassenden Gebrauch davon machten. Das B.,welches in Gewehrfabriken von den B - schmiedengemacht wird, besteht ans einer langen, meistdreischncidigeu u. hohl anSgeschliffenen Klinge (B-klinge) u. einem hohlen Cylinder, welcher das Ge-wehr umschließt (B-dille); beide verbindet derB-Hals. Die Dille wird entweder mittels eineshakenförmigen Einschnittes, in welchen ein kleiner,am Laufe befestigter eiserner Borsprung (B-warze)paßt, oder, wie bei den französischen Gewehren,mittels eines darum gelegten Ringes (B-ring),oder, wie bei den preußischen, mittels einer mitdem Laufe vernieteten Feder (B-seder) befestigt.In neuerer Zeit ersetzt man das B. dadurch, daßdas Seitengewehr des Infanteristen als Hau-B.mittels einer besonderen Vorrichtung auf das Ge-wehr gepflanzt wird (in Frankreich: B.-Säbel,8adrs poi§narä, Uatagau, s. d). Dadurch wirbdas Gepäck des Soldaten erleichtert, n. das Ge-wehr ist bequemer zu tragen u. zu handhaben,

4»