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Boyfiold — Bayle.
dagegen wahrte sie ihren particnlaristischen Stand-punkt gegenüber der Forderung auf Aufhebungsämmtlicher bayerischen Gesandtschaften. Kurz vorVertagung deS Landtages wurden die Neichstags-wahlen vorgenommen, 10. Jan. 1874, bei wel-chen die Klerikalen in 32 Wahlbezirken siegten,während die Liberalen, die für den ersten Reichs'tag 30 Sitze hatten, nur in 16 Wahlkreisen dieMajorität erhielten. Beschwerden über die obcr-hirtliche Agitation bei diesen Wahlen vor dieKammer gebracht, mußte der Cnltusminister alsunbegründet znrllckwcisen: ungesetzliche Handlungen,eine Verletzung desPlacet, könnten in den dieRcichs-tagswahlcn betreffenden Hirtenbriefen nicht erkanntwerden. Nach Wiederzusammentritt der Kammerhatte sich dieselbe wegen einer persönlichen Be-schwerde eingehend mit dem Jesnitengcsetze zu be-schäftigen n. bestritt die Compctenz des Reichesznm Erlaß dieses Gesetzes. In dieser Sessionward auch noch der allgemeinen Gehaltsaufbesser-ung der königlichen Beamten durch Bewilligungeiner solchen auch für die katholische u. protestan-tische Pfarrgcistlichkeit der Schlußstein eingefügt.Die Mitte Februar 1875 wieder erössnete u. am16. April geschlossene Session, welche namentlichden Ankauf der OBahnen durch den Staat ge-nehmigte, war die letzte dieser Wahlperiode. Einneues Wahlgesetz kam nicht zu Stande. Infolgeeiner Differenz mit der Kammer trat der Kricgs-ministcr von Prankh von seinem Posten zurück u.wurde durch den mit ihm denselben politischenStandpunkt theilendcn General von Maillingerersetzt. Für die im Herbste vorznnehmenden Neu-Wahlen beginnen beide Parteien bereits mit ihrenRüstungen" znm Wahlkampfe, der ein ziemlichheftiger werden wird.
Literatur: v. Falkenstein, Geschichte der alten,mittleren u. neueren Zeiten des Herzogth. undehemal. Köuigr. B., Münch. 1763, 3 Thte., Fol.;Haid, Geschichte von B. von 1180—1778, Negeusb.1779; Feßmaier, Gesch. von B., Landsh. 1804;Männert, Die älteste Gesch. Bojoariens u. seinerBewohner, Nllrnb. u. Snlzb. 1807; Ders., DieGesch. B-s nach den Quellen, Lpz. 1826, 2 Bde.;Heinr. Zschokke, Bayer. Geschichten, Aarau 1813bis 1818, 2.Ausg., 1821, 4 Bde.; Büchner, Gesch.von B. aus den Quellen, Regensb. u. München1820—55, 10 Bde.; Völliger, Gesch. B-s nachseinen alten u. neuen Bestandtheilen, Erl. 1832;v. Lcrchenfcld, Gesch. B-s unter König Max Jo-seph I., Berl. 1854; v. Spinner, Leitfaden zurGesch. von B., 2. A., Bamberg 1853.
Baycrsdorf, Stadt, so v. w. BaierHdorf.
Bayeux, Hanptst. des gleichnam. Arr.' imfranz. Dep. Calvados, unweit der Mündung derAure in den Kanal, in einem fruchtbaren Thal;Sitzeines Sufsraganbischofs von Rouen; Handels-gericht; Börse, schöne n. reiche Kathedrale; Ver-fertigung von Leinwand, Spitzen, Blonden, Leder,Porzellan; Handel damit; 8536 Ew. Im hies.Stadtarchiv befindet sich die berühmte Tapete(I'apisseris cts B.), welche die Eroberung Wil-helms des Eroberers von England darstellt u.angeblich von dessen Gemahlin Mathilde gesticktist. Dieselbe hat eine Länge von 70 in, bei 50em Breite, u. ist in Bezug auf die Trachten u.
Sitten der damal. Zeit von unschätzbarem Werthe(durch Stahlstich vervielfältigt, Lond. 1855 n. 1873).B. ist der Geburtsort der Gebrüder Chartier. —B., zur Römerzeit Angnstodnnum, war eine Stadtder Bajocasser (Bodiocasser), wurde im 4. Jahrh.Bischofssitz n. im Mittelalter Hanptort des LandesBessin. Später theilte B. alle Schicksale derNormandie n. wurde mehrmals belagert n. erobert,so 1346, 1417 u 1450 von den Engländern; im16. Jahrh. empfanden hier dis rcbellircnden Xn-pioäs die Strenge Ludwigs XIII. u. wurden dieHugenotten von Ludwig XIV. grausam verfolgt.
Bayficld, 1) County im nordam. UnionsstaateWisconsin, unter 46° n. Br. u. 90° w. L., ander Long-Jsland-Vai des Oberstes (Imics snpsrior);344 Ew. 2 ) Conntysitz des vorgenannten, unter46° 18' n. Br. n. 90° 50' w. L.
Bay-Jnseln (Colonic der B.-J.), Name einerGruppe kleiner Inseln in der Bai von Honduras,nahe der nordöstl. Küste deS Staates Honduras;zu ihnen gehören Roatan (Ruatau), Bonaca,Utila, Barbnrct, Morattc n. Helena; Producte:Bananen, Cocosnüsse, Jamswnrzeln; Handel n.Schifffahrt unbedeutend; etwa 5000 Ew., Misch-linge von Indianern n. Negern, wenige Europäer-in Coxen-Hole, dem Hafen von Roatan. Um denBesitz dieser wenig productiven und wasserarmenInseln ist seit ihrer Entdeckung durch Colnmbns(1502) oft gestritten worden. Englische Freibeuternahmen 1642 von der größten derselben, Roatan,Besitz, wurden aber 1650 von den Spaniern ver-trieben. Roatan, bis 1742 unbewohnt, da diefrüheren Bewohner nach Amatigne ansgewandertwaren, wurde von den Engländern dürftig colo-nisirt und befestigt, 1782 von den Spaniernznrückerobert n. blieb bis zur Lostrennnng Central-Anrerikas (1822) unter deren Herrschaft, woraufsie an dis Republik Honduras kam. 1852 erklärteder Superintendent von Balize Roatan n. dieübrigen B.-J. für eine britische Colonie, wogegenHonduras u. die Vereinigten Staaten Protest er-hoben. Nach langen diplomatischen Unterhand-lungen trat England am 27. Aug. 1856 die B.-J.wieder an Honduras ab, mit der Clansel, daßdieselben niemals, sei es ganz, oder theilweise,an einen anderen Staat überlassen werden dürften.
Bayle, 1) Pierre, berühmter philosophisch-theologischer Kritiker, Polyhistor, geb. 18. Novbr.1647 zu Carla in Languedoc, Sohn eines refor-mirten Predigers; lernte schon als Knabe mit soleidenschaftlichem Eifer, daß er seine Gesundheitaufs Spiel setzte, ging in Toulouse, wo er imJesnitencollegium philosophische Vorlesungen hörte,znm Katholicismns über, entfloh aber 1670, kehrtein seine frühere Glaubensgemeinschaft zurück n. be-gab sich, um nicht von den strengen Apostasiegesetzcnbetroffen zu werden, nach Genf, wo er die Cartesia-nische Philosophie stndirte, war dann Hauslehrerin Coppet am Genfer-See, in Ronen n. in Paris,wurde 1675 Professor der Philosophie in Sedan,entfernte sich, als Ludwig XIV. 1681 die refor-mirten Schulen anfhob, n. wurde besoldeter Lehrerder Philosophie n. Geschichte zu Rotterdam. Hiergab er ohne seinen Namen, der aber nicht ver-borgen blieb, einige Schriften heraus, die seinenliterarischen Ruhm begründeten: eine» Brief gegen
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Pierers Universal-Conversations-LLnkon. 6. Aufl. III. Band.