Druckschrift 
Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
Entstehung
Seite
19
Einzelbild herunterladen
 

Bayern (Geographie).

19

die Burg Hohenzollcrn u. das Schloß Sigmaringcn,die großen Sculpturen für das Postgebäude inElberfeld u. den Justizpalast in Düsseldorf u. dasDenkmal für die 18707l Gefallenen in Mül-heim a. d. Ruhr, sowie die Kolossalbüste Min-trops in Düsseldorf. In seinem Nachlasse fand sichauch eine treffliche Skizze zu einem Denkmal fürCornelius. Regnet.

Bayern, Psalzgrafenthum (Gesch.), einvon der Herzogwürde von B. ganz getrenntesAmt, welches die Vogtei über die königlichen oderkaiserlichen Güter im Herzogthum hatte. Ar-nulf, der 3. Sohn Arnulfs des Bösen, erhieltvon Kaiser Otto I. 948 das Pfalzgrascnthnm inB., u. blieb diese Würde seit Berthold, dem SohneArnulfs, erblich in diesem Hause der Grafen vonScheyern, welche später von Wittelsbach, wohinsie ihren Sitz verlegt hatten, Grafen von Wittels-bach hießen; ans dem Hanse erhielt 1180 GrafOtto d. Ältere das Herzogthum B., u. von ihmstammt das ganze bayerische Geschlecht (s. n.Wittelsbach). Das Pfalzgrafenthnm B. kam 1909an das Haus Ortenbnrg, sank aber schnell zumleeren Namen herab, da die Herzöge ba;d allekaiserlichen Güter sich zu erwerben wußten.

Bayern (officielle «Schreibweise seit 1846, sonstBaicrn), Königreich, der zweitgrößte Staat desDeutschen Reiches u. der bedeutendste in SDcntsch-land. (Hiebei eine Karte). I. Geographisch-Statistisches. B. besteht seit 1816 ans zweiabgesonderten Theilen. Der östliche, rechts vomSchein, grenzt im N. an Preußen (Prov. Hessen-Nassau), die thüringischen Staaten u. das König-reich Sachsen, im O. an Österreich (Böhmen,Erzherzogthnm Österreich und Salzburg), im S.ebenso (Salzburg, Tirol u. Vorarlberg), im W.an den Bodensee, Württemberg, Baden u. Groß-herzogthnm Hessen. Der westliche Theil, linksvom Rhein, auch Nheinbayern oder die Pfalz ge-nannt, grenzt im N. an Preußen (Rheinprovinz) n.Hessen, im O. durch den Rhein an Baden, imS. an Elsaß-Lothringen, im W. wieder an dieNheinprovinz. Flächeninhalt u. Bevölkerung ver-theilen sich folgendermaßen:

Regierungsbezirke

d>M.

siHüm.

Bevölkerung

(1871).

1 .

Oberbayern

309,g g

17,046,,

841,707

2.

Riederbayern

105,55

10,767,,

603,789

3.

Psalz (Nheinb.)

107,52

5937,,

615,035

4.

Öberpfalz

175,5 2

9664,,

497,861

5.

Oberfranken

127,1,

6999,,

541,063

6.

Mittelfranken

137,2.

7556,g

583,666

7.

Unterfranken

152,,,

8398,.

586,132

8.

Schwaben

172,.,

9493,,

582,773

75,863,.

4,852,020

1377 ,,, . ,

Dazu Truppen aus Frankreich znrückgek ehrt 11,424

4,863,450.

Bodengestaltung. Den östlichen Theil von B.umschließen ans 3 Seiten fast ununterbrochen Ge-birge von znm Theil bedeutender Höhe. Im S.die Bayerischen Alpen mit der Zugspitze (2962 m),der höchsten Erhebung im Deutschen Reiche; imO. der Böhmerwald mit dem Arber (1476 m);im N. das Fichtelgebirg mit dem Schneeberg

(1016 m) u. Theile des Frankenwaldes, der Rhönund des Spessart. Das Innere besteht größten-thcils ans Hochebenen und geringeren Gcbirgserhebnngen. Von den Alpen bis zur Donaubreitet sich die Schwäbisch-bayerische Hoch-ebene aus, welche im Durchschnitte 600 m überdem Meere liegt n. sich allmählich von S. nachN. abdacht, auch von W. nach O. an Meereshöheabnimmt. Sie wird von zahlreichen Zuflüssen derDonau durchströmt, welche meist am Fuße derAlpen Seen bilden, die mit ihren Thälern durch-schnittlich 7001000 m über dem Meere liegen.Zwischen ihnen erheben sich zahlreiche geringereHügelketten u. einzelne Berghöhen von 1100 mn. höher. Unbedeutendere Höhen ragen in, stk.der Hochebene empor; im O. gegen den Inn sindsie durch tiefer gefurchte Thaler getrenm. Derebenste Theil der Hochebene ist das Lechfeld. Nördl.von der Donau wird die Hochebene von dem längsersterer hinlaufendcn Jura begrenzt, der hier denNamen des Fränkischen Jura annimmt, zwi-schen Mittel-Franken u. der Ober-Pfalz aber plötzlick,nördliche Richtung einschlägt, diese bis zu seinemEnde, dem Muggcndorfcr Gebirge, am oberenMain behält u. namentlich hier reich an Höhlenist; seine höchste Erhebung ist der Kalvaribergbei Thnrndorf (645 m). Das Thal der Naab,Las sich östlich vom Fränkischen Jura einsenkt, hatim., links längs der Donau, den Bayeri-schen Wald mit dem Kliugenberg (1177 m);derselbe ist eine südliche Vorstufe des höheren, dieLandcsgrcnze bildenden Böhmcrwaldes. In derPfalz streicht das Haardtgebirg, die nördl.Fortsetzung der Vogesen von S. nach N. (höchsterPunkt: Kalmit 659 m). Einen zweiten, von SW.nach NO. ziehenden Gebirgszug bildet das Saar-brücker Steinkohlengebirg. Zwischen ihm n. derHaardt erhebt sich ein Zug kegelförmiger Porphyr-u. Mandelsteinbcrge (höchster derselben: Donners-berg 670 m). Im W. der Haardt breitet sichdas Hügelland des Westrich ans, östl. Mittelland u.unmittelbar am Rhein ein Theil der oberrheini-schen Tiefebene. Unter den Gewässern B-s istdie Donau das bedeutendste. Sie tritt bei Ulmin das Land, fließt nordöstl. bis Regensbnrg, dannsüdöstl. u. verläßt es bei Passau. Bon S. strömenihr zu: Iller, Lech, Isar, welche links die Amperanfnimmt, die wieder aus der Ammer n. der Würm,beide gleichnamige Seen bildend, entsteht, Vils u.im O. der Inn, dessen rechter Nebenfluß, dieAlz, Abfluß des Chiemsees ist. Kleinere Seen imAlpeulande sind: der Staffel-, Kochel- u. Walchen-see, im Jsargebiete der Tegernsee, der durch dieMangfall, u. der Königssee, der durch ein Nebcn-flüßchen der Salzach in den Inn abfließt. DerWürmsee ist bekannter unter dem Namen Starn-bergersee. Nördliche Zuflüsse der Donau sind: dieWörnitz von der Frankenhöhe, die Altmühl ans demFränkischen Jura, die Naab vom Fichtelgebirgen. der Regen ans dem Böhmerwalde. Im stk.des bayer. Ostlandes, dem alten Franken, ist dervielgewundene Main Hauptflnß. Im S. nimmter die Regnitz ans, die bei Nürnberg ans derRednitz u. Pegnitz entsteht, die Rcdnitz wieder ansder jchwäb. n. fränk. Rezat. Die Regnitz stehtmit der Altmühl durch den Ludwigskanal inVer-

2 *