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teilig wirkender, ersonnener Gegensatz, von dem kein durch-gebildeter, junger Mensch etwas weiß. Die ganze Thätigkeit derLehrer ist auf das sittliche Thun des Schülers gerichtet, in jederStunde, in jeder Übung. Das ganze Thun und Verhalten desSchülers ist seine Religiosität, seine Sittlichkeit. Das tüchtigeLernen und Üben in der Schule, in Liebe zu Gott und denhöheren Dingen, in der Anschauung eines würdigen Menschen-lebens, in der Freude und der Lust an den Objekten und andem Zusammenleben mit dem Lehrer und den Kameraden —dieses ist die Religiosität des Schülers. Aus dieser Ansichtspringt die Bedeutsamkeit des Berufs, dem sich der Lehrer ge-widmet, in jeder Beziehung, nach jeder Seite und Richtung indie Augen. Wenn ein Lehrer, so ist jeder Lehrer ein Reli-gionslehrer, d. h. ein Lehrer der religiös-sittlichen Thatkraft.Wenn einer es nicht ist, so ist es keiner, oder ein solcher,dessen Wirken eben in theoretischem Erkennen besteht, das überallnicht hoch anzuschlagen ist. Ich kann in betreff der Fächer unterden Lehrern einer Schule keine Rangordnung zugestehen. Derist — gleich viel, was er lehrt — der erste, der durch seinThun, d. h. durch Sein und Leben, jene Eigenschaften, welchedie Schule zu erstreben hat, am tiefsten und im höchsten Gradeentwickelt, steigert, befestigt. Die ganze Schule ist die Stätteder Erweckung religiös-sittlicher Thatkraft.
Sind diese Ansichten richtig, so erkennt man darin vonneuem: die große Aufgabe, die erhabene Mission, der sich derLehrerstand gewidmet — das Gemeine der Ansicht, als wäre dieAnleitung zum Rechnen z. B. ein weniger würdiges Geschäft alsirgend ein anderes, als wäre das Schreiben wohl eine nützlicheFertigkeit, weil man eben einmal auf dieser Erde nicht allermaterialistischen Beschäftigung ausweichen könne, sonst aber seieirRechnen und Schreiben, seien Rechen- und Schreibmeister profaneDinge und Wesen und ständen in keinem Verhältnis mit den„heiligen Dingen und Personen" — eine Niedrigkeit des Stand-punktes in betreff der Auffassung der Bedeutung der Schule,auf dem einein die müßige und dumme Frage: ob die Schuleauch erziehen solle und könne, einfällt, als wenn man Vorzugs-