Druckschrift 
4 (1891)
Entstehung
Seite
374
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sind Ansichten und Erkenntnisse, Historisches: Begebenheiten inThatsachen, Gedächtnismäßiges: Sprüche und Lieder. Aber allediese Dinge sind mehr Sachen des Auffassungsvermögens alsGegenstände der Übung, wenigstens haben sie in dieser Beziehungkein ?ras vor irgend einem Gegenstände. Einige stehen in dieserBeziehung bevorzugt da: die Sprachen und die mathematischenGegenstände, welche die Hauptgegenstände der Übung und An-wendung in der Schule ausmacheu, darum auch den größtenTeil der Zeit ausfüllen.

Aus dem Bisherigen scheint mir dieses hervorzugehen: vonder Wirkung des Religionsunterrichts als solchem machtman sich in der Regel sehr übertriebene Borstel-lungen man beobachte sich selbst, die Schüler, die Menschen.

Man trifft Schulen, in welchen der Religionsunterricht, d. h.die Belehrung, an sich nicht schlecht ist, aber die ganze Schieleist schlecht, d. h. es fehlt an den oben genannten Eigenschaften,in welchen der Zweck der Schule liegt.

Man fühlte sich in der Jugend durch den Religionsunter-richt des Schullehrers oder des Geistliche» erweckt und ergriffe»:aber man blieb derselbe Mensch. Warum dies übersieht manspäter.

Man sieht eifrige Kirchgänger und doch!

Wo dagegen die Umgebung der Jugend rechter, ich möchtefast sagen, zwingender Art ist, im Elternhause und iu der Schule;wenn in dieser die herrlichen Tugenden der Aufmerksamkeit, desFleißes, des Gehorsams herrschen: was will es viel verschlagen,wenn der Lehrer im Religionsunterricht nicht gerade seineStärke hat?

Ferner folgt aus Obigem, daß man von sich abzuthunhat die alte, schlechte Meinung, als wenn der Religionsunter-richt die Schüler nicht nur mit ihrer ewigen Bestimmung bekanntmache, sondern sie auch dazu führe, und als wenn man sich inden gewöhnlichen Unterrichtsstunden mit Gemeinem beschäftige;als wenn jener für das Leben im Himmel sorge, mit dein sichnichts vergleichen lasse, dieses dagegen für das leider prosaische,ordinäre Leben auf Erden ein erträumter, unendlich nach-