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Gesinnung. Unter einer solchen verstehe ich nicht einen Wunsch,einen Entschluß, ein Ernst- oder Ergriffensein, eine Erweckungn. dgl. m., sonder,: eine dem Wesen des Geistes bleibend ge-wordene, ihm inhaftierende, inhärierende Eigenschaft, welche nichtallein durch Vorstellungen oder Herzensbewegungen, sondern durchlange Übung und Anstrengung zu erreichen ist. Die rechten Ge-sinnungen und Richtungen kann der Unterricht, das Wort, er-wecken ; erstrebt und erreicht können sie nur durch Arbeit werden.Und gerade in dieser Beziehung dürfte der Religionsunterrichtnicht obenan stehen.
Angenommen, der Geistliche erwecke in der Kirche durch dieArt des Vortrages eine religiöse Erweckung in einem Kinde oderjungen Menschen: wieviel kann man darauf geben, wenn dasLeben, in das er gestellt ist, die Verstärkung des guten Vorsatzesnicht hervorruft, wenn ihn in: Leben keine sittlichen Mächte um-geben? Wie wenig das wirkt, sehen wir alle Tage. Dagegenlasset die ihn erfassenden Momente oder Kräfte rechter Art sein,wie viel des Unterrichts wird es bedürfen? Aber auch zugegeben,der Lehrer der Religion ist auch der rechte Mann: so steht erdoch damit in der Schule nicht in: Vorteil, weil der Stoff derReligion weniger als die übrigen Unterrichtsgegenstände, Gelegen-heit giebt zur Anwendung und Übung, wodurch eben, wie ich sagte,die Gesinnung als bleibende Charaktereigenschaft erreicht wird.
Der Religionsunterricht weckt durch Gebet und Gesang dieAndacht des Schülers. Dies thut zu Anfang der Schule jederLehrer. Diese Stimmung ist wertlos, wenn sich ihre Kraft nichtüber den ganzen Unterricht verbreitet, der Schüler sie nicht be-tätigt. Ja, sie ist schädlich ohne dieses. Wenn der Schülerzur Andacht und religiösen Erregung bestimmt wird, und erbleibt nachher unaufmerksam, faul oder widerspenstig, so gewöhnter sich an das Beherbergen von Gegensätzen in seinem Innern,die religiöse Erregung schwächt ihn, sie gehört zu den müßigen,frömmelnden Gefühlen. Also kommt es darauf an, wie das be-schaffen ist, was auf die Andacht folgt, wie die andächtigeStimmung in Thätigkeit gesetzt wird. Der Religionsunterrichtist in dieser Beziehung kein bevorzugter. Das Material in ihm