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nebeneinander, und niemand denkt daran, daß ihrArbeitsgeist konfessionell unterschieden sei."
Das sagt Herr Riehl, der gründliche Kenner des Volksund obendrein ein eifriger Katholik. Es muß also wohl wahr sein.
Aber man sagt auch, das Konfessionelle müsse den ganzenMenschen durchdringen, es existiere nur konfessionelle Religion —und eine solche Macht sollte keinen Einfluß ausüben auf die Be-rufsarbeit, welcher der Mensch sein Leben widmet, ihre Ein-wirkung auf den Arbeitsgeist, sollte nicht zur Erscheinung kommen?In diesen Sätzen muß irgendwo ein Irrtum stecken. Entwederirrt Herr Riehl, oder ein anderer Satz ist falsch. Hier andiesem Orte überlasse ich den Leser seinen Gedanken.
Hat er diese fruchtbar durchgedacht, so mag er sich dieFragen vorlegen, ob protestantische Kinder gescheuter sind alskatholische; ob ein freier, aufstrebender Sinn mehr in prote-stantischen, ob mehr in katholischen Schulen zu Hause ist; obdie lutheramsche Orthodoxie mehr geeignet ist, den Geist derKinder zu wecken, als der römische Katechismus und der katho-lische Kultus; ob in den katholischen Schulen die Zucht leichterzu handhaben ist als in protestantischen; ob (ich will hier nichtfragen: in betreff des Gemeingeistes) nicht in bezug auf dieMannigfaltigkeit und Ausgleichung die Simultanschule konfessionellgetrennten Schulei: vorzuziehen sei; ob in den norddeutschenVolksschulen sich der Unterschied in dem Charakter der Bewohner,im Verhältnis zu den Süddeutschen, deutlich ausprägt und um-gekehrt, und was für Folgen die eine und die andere Tem-peraments- und Gemütsrichtung auf den Unterricht üherhauptund die einzelnen Unterrichtsgegenstände hat! Lauter Gegenstände,des Bedenkens sehr wert.
20. „Im großen Stil erzieht das Volk sich selberzur Arbeit; die Schule erwächst ihm unvermerkt ausseinen eigenen Entwickelungskrisen. Im kleinenmag der Einzelne hier und da absichtlich Arbeits-pädagogik treiben."
Arbeispädagogik?! Was ist das? Offenbar nichtsanderes, als Erziehung zur Arbeit und zur Arbeitsamkeit. Aber