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Und mm bedenke inan noch:
A. daß der Unterricht nur ein Zweig der zur Vollendungdes Menschen erforderlichen Einwirkungen ist;
b. daß der Mensch nicht als isoliertes Wesen, sondern alsMitglied der menschlichen Gesellschaft aufzufassen ist;
o. daß die Gesellschaft, in welche der einzelne Mensch An-tritt, ein nach Zeit und Ort veränderliches Wesen ist u. s. w.Wenn inan diese Momente zusammenfaßt, so wird inan denheutigen Stand der Wissenschaften, der Einsichten und Bildungder Höheren und der Niederen für ganz ungenügend erkennen,um den Mut zu haben, an die Möglichkeit einer genügendenLösung der gestellten Aufgabe nur zu glauben. Es ist dieses einProblem für kommende Jahrhunderte. Geht man mit der Vor-stellung desselben an das Lesen und die Beurteilung der neuestenamtlichen Vorschriften über den Unterricht, so drängt sich dieÜberzeugung auf, daß dieselben die Stufe des ABC noch nichtüberschritten haben. —
17. „Wie man ein erlebtes Werk (ein schrift-stellerisches) nur einmal erleben kann, so kann manes auch nur einmal schreiben."
Nota bene: ein erlebtes, durch eigenes Nachdenken ent-standenes Werk, das einer bestimmten Lebensperiode des Ver-fassers angehörte und mit ihr verschwand. Lohnarbeiten kannman wiederholen, freie Geistesarbeiten nicht. Das geht soweit,daß einem Schriftsteller seine früheren Arbeiten, nachdem erin andere Entwickelungsperioden eingetreten ist, wie fremde Vor-kommen.
18. „Die besten Gedanken kommen dem Schrift-steller im Schreiben."
Dem echten Lehrer kommen die besten Gedanken vor undunter seinen Schülern.* Es giebt welche, die in Gegenwart desRevisors besser lehren, als wenn sie allein sind, bei anderen ver-hält es sich umgekehrt. Ich gestehe, daß ich zu den letzteren
* „Ich lasse auf dem Katheder meinen Gedanken freien Lauf, undso kommt mir manches dort durch Inspiration, was ich dann des Auf-zeichnens für die Zukunft wert achte." Schleiermacher.