Druckschrift 
4 (1891)
Entstehung
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Der Umstand, daß so viele Lehrertrotz alledem" ihreSöhne dem Lehrerberufe zuführen, sollte von den Staatsmännernnicht unbemerkt und nicht unbeachtet bleiben; es ist ein Ehren-zeichen. Die Ehre der Arbeit soll genressen werden nach derNatur der Arbeit, nach ihrem Einfluß auf des VolkesWohlfahrt und nach ihrem Erfolg. Ist dieser Grundsatzallgemeine Maxime geworden? Oder läßt die Mitwelt jetzt noch,gleich der Vorwelt, manchen Geistesarbeiter verhungern; etwasaus dem Motiv, weil Geistesarbeit unbezahlbar sei? Beidieser Frage darf man sogar an Schiller denken, in dessenNachlaß nicht so viel Barschaft vorgefunden wurde, daß er dafürstandesmäßig beerdigt werden konnte.

5.Ehren wir heutzutage die Arbeit besondersals freie sittliche That, so haben wir folgerechtden Autodidakten über jeden anderen Arbeiter zustellen."

Sehr richtig; denn er bekundet die größere sittliche Kraft, diehöhere Energie, das hervorstechende Talent.

Gewiß ist auch, daß der schöpferische Geist das Beste von unt>aus sich selbst lernt. Verwerflich ist darum die häufige Gewohn-heit, Lehrer, die ihre Bildung nicht in einer öffentlichen Anstalt(einem Seminar) empfingen, hinter andere zu setzen. Man fragenach, in welchenköniglichen" oder fürstlichen Anstalten hervor-ragende Männer, wie Comenius, Basedow, v. Rochow,Pestalozzi, Fröbel ihre Bildung empfingen? Sie warenAutodidakten, schöpften aus dem eigenen Geiste, leuchteten in ur-eigenem Lichte. Ihre Originalität gab davon Kunde.Ehre,dem Ehre gebühret!" Ist der darum ein Meister, weil er sichdrei JahreStudierens halber" auf der Universität aufgehaltenhat? Der faustdicke Zopf hängt ihnen im Nacken, der Hochmutschwellt ihnen die Brust. Was würden sie wohl leisten, wennder Elementarlehrer, derElementargeist", wie sie ihn nennen,ihnen nicht das Fundament gelegt hätte? Und welch' niedrigeGesinnung offenbaren sie nicht vom Volke, wenn sie die, welchean der allgemeinen Volksbildung arbeiten, über die Achsel an-blicken! Den Hoch- und Übermut kann man einem rohen