Druckschrift 
4 (1891)
Entstehung
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zum Amte, seine Thätigkeit in demselben, sein Trieb nach Weiter-bildung entspringen aus religiösen, sittlichen, religiös-sittlichenMotiven. Er will leben, weil er wirken will, ihm ist leben,glücklich leben ^ erfolgreich Wirken. Ohne dasselbe ist seinLeben ----- Vegetieren, gemeine Existenz von einem Tage zum andern,verlorenes Dasein, innerste Zerrüttung, oft, wenn die Erinnerungan bessere Stunden und edle Jugendvorsätze in ihm noch nichterloschen sind, Selbstvernichtnng und Verzweiflung. Der Lehrerist Mensch, hat als Mensch, wie jeder andere, menschliche Be-dürfnisse, er verlangt deren Befriedigung, das höhere Streben istan irdische Bedingungen geknüpft aber was man Lohn undBelohnung nennt, ist nicht das Ziel seines Strebens, es wurzeltin sittlichen Motiven. llonos st praomium sagten die Alten;bonos steht voran. Es ist ein schönes Ding um das prasininin;aber die Ehre steht dein Lehrer höher, nicht die äußere, er kanndarauf verzichten, nicht aber auf das Bewußtsein innerlich ehren-haften, sittlichen Strebens. Er setzt seine Persönlichkeit ein;seine Arbeit ist, weil eine geistige, auf höhere Zwecke gerichtet,eine persönliche, er geht mit ihr in der Arbeit auf. Er denktan die Seele seiner Schüler, deren unendliche Bestimmung, diegroße Aufgabe jedes Menschenlebens, an Väter und Mütter, anVolk, Vaterland, Menschheit, Erde und Himmel, er fühlt sich imDienste eines erhabenen Berufs. Mag die Welt, wie sie ist, aberfreilich nicht sein sollte, das gar nicht oder nicht nach Gebühranerkennen; mag es schmerzlich sein (es ist so), darauf verzichtenzu müssen: er kann es, muß es in vielen, vielleicht den meistenFällen, aber darum geht dein Lehrer, der mit Recht diesen Namenverdient, der Gedanke sittlicher Bestimmung und Würde nochnicht verloren. Sein Thun ist sittliches Thun, stammt aus sitt-lichen Motiven, hat sittliche Ziele, andereil zum Nutzen, ihm selbstzum unverlierbaren Gewinn der von Riehl festgestellte, vondiesem tiefen Menschenkenner und Volksfreunde ausgesprochenegroße Gedanke ist recht für Lehrer geschrieben; möge er keinemin irgeild einer Stunde abhanden kommen!

2.Garmancher heutige Handwerker möchte seinGeschäft am liebsten inkognito betreiben; begegnet

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