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o der Ängstlichen! Haben nicht schon Tausende an diesem Schatzeteil gehabt, an dem noch tausendmal Tausende teilen können!Wem hat nicht bei dieser freien, sicheren Moral, die in jedemZuge großartig und mannhaft ist, das Herz geschlagen? Undwelcher Mann der späteren Zeiten wäre, den wir uns zumMuster nehmen möchten, und dem nicht diese heiter-ernste Mensch-lichkeit ein neuer Katechismus geworden wäre! Und was könnteman der Folgezeit Heilsameres wünschen, als daß dieser reizendeKodex religiöser und weltlicher Moral immer tiefer in dieHerzen unseres Volkes greifen möchte, dem es vor-züglich gegeben schien, zu glaubeu ohne Aberglauben,zu zweifeln ohne Verzweiflung und frei zu denken,ohne frivol zu handeln!"
19) Karl Schwarz: „Das Praktisch-religiöse, dieser Ein-heitspunkt des Religiösen und Sittlichen — die Liebe, die auf-opfernde, hingebende, tragende und anerkennende Liebe, wie sienur einen andern Namen und eine konkrete Erscheinungsformhat in der Toleranz Andersdenkender und Glaubender, in derdie Unterschiede der Stände, Völker und Religionen überwinden-den Humanität, ist für Lessing unzweifelhaft der Kern derchristlichen Religion."
„Er war unter allen Aufklärern der einzige, der diesenNamen wirklich verdiente, der aufklärte, ohne zu ver-flachen, der vereinfachte, ohne zn verkürzen, derreinigte, oh ne die Wahrheitsschätze zu verschleudern."
20) Aus dem Rauhen Hause: „Nur die Liebe, die vollund wahr, wie sie in Christo wohnte, kann auch heute noch dieelend zerrissene Welt heilend überwinden und überwindend heilen.Das ist der ewig wahre, der eigentliche Sinn von LessingsNathan und von seinem ganzen Denken und Dichten, das istdie Religion Christi, die er der christlichen Religion und Kirchemahnend entgegen hält."
„An wahrer, ernster, keuscher Sittlichkeit, ja an Heroismusder wirklichen selbstverleugnenden Liebe, nicht an sinnlicher Leiden-schaft, ragt Lessing weit über unsere sämtlichen deutschen Dichterund über die ineisten großen Männer überhaupt empor."