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4 (1891)
Entstehung
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faltigen evangelischen Sinn der Wahrheit und Liebe in dem ver-achteten Mann aus dem Volke anschaulich macht."

Sein Nathan gereicht der Christenheit zur wahren Ehre.Auf welcher hohen Stufe der Aufklärung und Bildung muß einVolk stehen, in welchem sich ein Alaun zu dieser Höhe der Ge-sinnung hinauf schwingen, zu dieser freien Kenntnis göttlicherund menschlicher Dinge ausbilden konnte!"

15) Jo h. S ch err:In Nathan hat Lessing einen wahrenTriumphgesang der Humanität und Geistesfreiheit ge-liefert."

16) H. Kurz:Wenn wir schon die vollgültigste Ursachehaben, den großen Mann wegen dessen zu verehren, was er ge-than und gewirkt hat, so sind wir ihm dafür noch zu größeremDanke verpflichtet, daß wir in ihm und seiner Thätigkeit diezuversichtliche Gewähr einer schönen Zukunft er-blicken, die mit dem Augenblicke eiutreten muß, wenn der GeistLessings, der wahre deutsche Geist, gesund und kräftig sich ent-faltet, wenn an die Stelle der philosophischen Phrasenmacherei,der krankhaften Empfindsamkeit, der kindlichen Schwärmerei klareund bewußte Einsicht in die Lebensverhältnisse tritt, wenn derpraktische Sinn des Volkes, nicht aber gelehrter Pedantismusund hohles, abstraktes Formelwesen unsere Schicksale lenkt."

17) Schlosser:Was früher oder später alle blinden undtollen Verfechter des Veralteten erfahren, müssen auch die Zelotenunserer Tage erfahren, daß sich früher oder später eine himmel-stürmende Partei erhebt, und daß sich die Gemäßigten dieser an-schließen, um nicht genötigt zu sein, sich gleich den zahlreichenAugendienern und Heuchlern zu allem alten Wüste zubekennen, sobald er neu aufgestutzt wird."

18) Gervinus:Der Gebrauch, den Lessing von seinenGaben machte, ist ein ewiges Muster."Gegen dieChristomanen muß mau wieder die Frage richten: also istdie christliche Liebe nicht die christliche Religion? O der schwach-mütigen Wortfechter, die diesem Alaune nicht mit Rührung undWärme Nachrufen, was sein Klosterbruder vom Nathan sagt:bei Gott, er war ein Christ, ein besserer Christ war nie!" Und,