Druckschrift 
4 (1891)
Entstehung
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Man bildet sie in der oben beschriebenen Weise. Alan weiß,daß die Schüler so zn werden pflegen, wie die Lehrer sind.

Es giebt keine schwierigere Knnst als die wahre Lehrknnst.Wissen gehört dazu, aber mit dem Wissen ist es nicht gethan.Je gelehrter, desto verkehrter" hat eine weitgehende Wahrheit.Aber man thnt wesentlich nichts weiter, als daß man ein mög-lichst umfassendes Wissen verlangt, indem man glaubt, wenigstenssagt, daß der Inhaber desselben sich zum Lehrer eigne. Das istrichtig, nämlich zum Lehrer im Sinne des oben beschriebenenSystems. (Es ist hauptsächlich von den sogenannten wissen-schaftlichen, litterarisch-gebildeten Lehrern die Rede.) Hat mansie durch eine lange Schule der Erfahruug und Übung hindurch-gehen lassen? Nein. Hat man sie praktischen Meistern als Lehr-linge und Gesellen beigegeben? Nein. Verlangt man von ihnenden Nachweis des Besitzes der Haupteigenschaft eines Lehrers,des Besitzes der anregenden, entwickelnden Kraft? Nein. Wiesollte man auf diese Gedanken verfallen können, so lange mandas Prinzip der Autorität für das richtige und heilsaure, seinGegenteil für ein gefährliches und verderbliches System erklärt?Man verfährt konsequent, das ist nicht zu leugneu, soll nicht be-stritten werden; ob aber im Sinne eurer Zeit, welche deir Fort-schritt verlangt, im Sinne einer Nation, die ihren Wohlstand,ihr Glück von der Entwickelung aller Verhältnisse für abhängigerkennt und erklärt das ist eine andere Frage.

Unwiderlegbar ist der Satz, daß Unterricht, Erziehung undBildung ihre Normen nehmen müssen aus der Natur des Menschenund aus den Verhältnissen der Zeit, in welcher der Mensch znwirken berufen ist. Jene wie diese verlangen nach »reiner Auf-fassung Entwickelung, und darum verlange ich für Erziehung,Unterricht und Bildung das Entwickelungsprinzip nichteinseitig hier oder da, sondern durchgängig, allüberall, und ihmgemäß die Art der Bildung aller Lehrer ohne irgend eine Aus-nahme.

Ergehen wir uns noch ür einer kurzen Betrachtung! Ichsagte bereits: der Hauptfehler der alten, schlechten, in den meistenAnstalten nach wie vor ausgeübten Methode besteht darin, daßder junge Mensch vorzugsweise, oft ausschließlich als ein auf-