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bildende Kraft, die sie auf den Lehrer ausübt, bezeichnet. Wersie, sagte Trotzen darf, aus der Schule nimmt, nimmt dieSonne aus der Welt. Wer sie, spezialisieren wir, aus den Lehrer-bildungsanstalten entfernt, beraubt dieselben um eines der tiefstenBildnngsmittel für Lehrer und Zöglinge. Wir haben aber dieKunst der entwickelnden Katechetik als die Meisterschaft desLehrers bezeichnet. Sie ist es. Ihre Schwierigkeit und Selten-heit springt aus den Bedingungen, ans welchen sie hervorgeht,in die Augen. Nicht jeder kann es zu dieser Meisterschaft bringen.Es braucht nur eine jener Bedingungen zu fehlen, und die Er-reichung des Zieles ist unmöglich. Aber es ist auch nicht nötig,auch das Mittelgut ist schätzbar*. Notwendig aber ist dasStreben nach der Höhe, notwendig der Anblick virtuoser Leist-ungen,** notwendig sind eigene Übungen und Versuche. Mögensie anfangs noch so schicker- und stümperhaft ausfallen: durchStraucheln gewinnt man die Sicherheit ans den Beinen. Ohnedie Aneignung eines gewissen Grades in dieser hohen Kunst bleibtder Lehrer — das ist sicher — ein Stümper. Durch sie erreichter den ihm möglichen Grad der Meisterschaft, nicht bloß alsLehrer, sondern auch, wie wir angedeutet haben, als Mensch. DasStreben in dieser Richtung veredelt den Menschen, und jederGrad des Gelingens setzt schon edle menschliche Eigenschaftenvoraus. In der Auffassung dieser letzteren Wahrheit sagten wiroben: der Egoist findet die Thür zur entwickelnden Katechetik ver-nagelt. Sie setzt die Selbstentäußerung voraus: das Widerspieldes Egoismus. Der Egoist will sich, der Katechet den andern,er geht in ihm auf. Der Egoist will sich darstellen, darum ister schwatzsüchtig, er kann nicht warten, er nimmt dein Schülerdas Wort von der Zunge, er duldet nur das seinige; der Katechetist ruhig und sicher, er lockt den Lernenden zum Versuchen seinereigenen Kräfte, erfreut sich seiner Eigentümlichkeit. Der Egoist
* „Es ist nicht vernünftig, ein Talent, zu dem man nur einigermaßenGeschicklichkeit hat, deswegen, weil man es niemals in der höchsten Voll-kommenheit ausüben wird, aufzugeben. Goethe.
** „Folgt eines Meisters Sinn!
Mit ihm zu irren ist Gewinn."
Goethe.