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Lehrer. Also für jeden Stand. Der Mensch ist das Allge-meine, Gemeinsame, der Stand das Besondere. Das gemeinsameAllgemeine, das manche mit dem Abstrakten verwechseln, ist dieBasis, auf der sich die Besonderheiten erhebe». (Daß es mitder religösen Bildung auch also gehalten werden muß, wird zwar,wie bekannt, bestritte», ist aber trotzdem das richtige.) Erst Mensch,dann Lehrer, Theologe, Jurist, Kaufmann u. s. w. Erst Christ,dann, wenn das noch nicht bestimmt genug ist, Katholik, Luthe-raner u. s. w. Nun giebt es Besonderheiten, welche mehr alsandere die allgemeine Bildung fördern. Das Amt oder derBeruf des Lehrers und Erziehers steht hier in erster Linie. Leichtbegreift sich das. Der Lehrer und Erzieher hat es fortwährendmit geistigen und sittlichen, kurz Bildungsverhältnissen zu thnn,die eben den Menschen zum Menschen machen, was nicht ingleichem Grade von dem Arzte, dem Advokaten, dein Kaufmann,dem Handwerker gesagt werden kann. Eben darum erwartet manmit Recht von den Gliedern des Lehrerstandes vorzugsweise einenerhöheten Standpunkt. In der That gehört die Erscheinungeines Lehrers, dem die allgemeine Bildung fehlt, der sich durchRoheit bemerklich macht, zu den abschreckendsten Wahrnehmungen.Schullehrer und Kirchenlehrer haben gegenseitig vor einandereinen Vorzug. Der Geistliche tritt als Seelsorger und Beicht-vater dem Menschen nahe, er thut tiefe Blicke in das Innerste desMenschen — diese Stellung wird zu einem Förderungsmittelseines eigenen Innern. Der Schullehrer hat es mit der werden-den Seele zu thuu, er tritt mit ihr in Verbindung, er teilt seineigenes Empfinden und Wollen den erziehungs- und bildungs-bedürstigen Kindern mit, die Unschuld derselben reinigt undläutert ihn selbst. Und noch eins hat der Lehrer in betreff derselbstbildenden Kraft seiner Thätigkeit vor dem Geistlichen vor-aus: die Gemeinsamkeit seiner Arbeit mit der Arbeit seinerSchüler, die in eins zusammenfällt. Dieses eben ist, wovon wirreden, die entwickelnde Thätigkeit, in höchster Potenz die ent-wickelnde Katechetik.
Haben wir sie oben richtig charakterisiert, die Forderungengenannt, die sie an den Lehrer stellt, so haben wir damit die tief
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