Druckschrift 
4 (1891)
Entstehung
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Sicherheit festgestellt werden kann, zu ändern, zn modifizieren,ohne sich von dem Wege znm Ziele ablenken zu lassen*.

Fünftens die Gewandtheit in der richtigen Fragestellung,in der Benutzung der Antworten, in der Summierung der Re-sultate durch den Schüler selbst,** die richtige Betonung, dieBeherrschung der Sprache überhaupt und die Befestigung desLernenden in dem richtigen, zutreffenden Ausdruck.

Sech st e n s die Neigung und die Freude in der vollständigen,selbstlosen Hingebung an die Schüler, die Versetzung des Lehrersin das Zentrum seiner inneren Thätigkeit.***

Von diesem sechsten Erfordernis aus verdient die katechetischeEntwickelung, da diese Ansicht neu zn sein scheint, aufgefaßt undnäher betrachtet zn werden.

* Goethe, der tiefe Menschenkenner und Pädagog, giebt folgendeRegeln:Fnssen Sie einen Gegenstand, eine Materie, einen Begriff, wieman es nennen will, halten Sie ihn recht fest, machen Sie sich ihn in allenseinen Teilen recht deutlich, und dann wird es Ihnen leicht sein, gesprächs-weise an einer Masse von Kindern zu erfahren, was sich davon schon inihnen entwickelt hat, was noch anzuregen ist. Die Antworten auf IhreFragen mögen noch so ungehörig sein, mögen noch so sehr ins Weite gehen,wenn sodann nur Ihre Gegenfrage Geist und Sinn wieder hereinwärts zieht,wenn Sie sich nicht von Ihrem Standpunkte verrücken lassen, so müssen dieKinder zuletzt denken, begreifen, sich überzeugen nur von dem, was undwie es der Lernende will. Sein größter Fehler ist der, wenn er sich vonden Lernenden mit in die Weite reißen läßt, wenn er sie nicht auf demPunkte festzuhalten weiß, den er eben jetzt behandelt."

** Die Befähigung zur Entwickelung ist nicht immer mit der Fertig-keit in der Zusammenfassung verbunden. Goethe sagt von sich:Ichbesah die entwickelnde, entfaltende Methode, keineswegs aber die zusammen-stellende, ordnende."

*** Der Leser wundere sich nicht, daß ich oben von dem Hauptmittelder Erziehung nicht gesprochen habe. Bekanntlich ist dieses das eigene Habenund Sein dessen, was man dem Zögling aneignen will, spezieller: derlebendige Besitz der ethischen Grundsätze, welche man durch die Katechetikin dem Gemüt des Zöglings erwecken und für welche man ihn gewinnenwill. Es gilt weniger dem Wissen als dem Wollen dem Worte garnicht, sondern dem Sein und Thun. Da dieses die Voraussetzung jederwahren Erziehung ist, so brauchte dieselbe oben nicht besonders genannt zuwerde».

Diesterweg, Slusgew. Schriften. 2. Aufl. IV.

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