Pyramide bilden, im Auge. Merkwürdig, wie vorsichtig derselbedabei zu Werke geht! Kaum wagt er es, den Gedanken derArbeiter-Organisation zu nennen, er zeigt seinen Zuhörern undLesern dieses Ziel nur in weiter Ferne; vorerst lenkt er ihreAufmerksamkeit auf die Vorbedingungen und beschäftigt sie mitdenselben: mit der Aufforderung der Selbsthilfe zur Ver-besserung ihrer materiellen Lage; er fordert als Grundlagezur Erreichung dieses nächsten Zieles die Bewährung der Ein-zelnen in volkswirtschaftlichen und anderen Tilgenden, imStreben nach Bildung und Humanität. Erst wenn dieses Zielerreicht sei, meint dieser weise Mann, könne von dem weiterendie Rede sein. Die Anwendung dieser Gedanken auf den Lehrer-stand liegt sehr nahe. —
Zur vollständigen Organisation eines Standes oder einerKorporation — von den alten Zünften, Innungen und Gilden istnicht die Rede — werden folgende Einrichtungen erfordert:
1. Jeder selbständige Mann gehört zu einer bestimmteil Kor-poration. Das dabei entscheidende Moment ist das Geschäft, derBeruf. Durch ihn tritt der Mann als thätiges Mitglied in dieGesellschaft, durch ihn tritt er aus der abstrakteil Allgemeinheitdes Menschseins Heralls, wird zu einem konkreten Faktor.
2. In dieser Korporation hat jedes Mitglied eine berechtigteStimme.
3. Der Zweck der Korporation ist ein doppelter: einmal dieBeförderung der Tüchtigkeit der Mitglieder, demnächst die Er-langung und Erhaltung der richtigen Stellung derselben imVerhältnis zu allen übrigen Korporationen, zur geregelten ener-gischen Ausübung ihrer Funktion. (Die Förderung der„Interessen" des Standes erfolgt dann von selbst. Wegender Zweideutigkeit dieses Wortes ist es ratsam, dasselbe ganzzu vermeiden.)
4. Die zu derselben Funktion gehörenden Korporationen inden einzelnen Orten bildeil in bestimmten Distrikten (Landkreisen,Regierungsbezirken, Provinzen) Verbände bis zu dem oberstenStaatszentral-Verband, der Art, daß die Anträge der einzelnenKorporationen in höheren, einander übergeordneten Allgemein-