Schein die (bewußte oder unbewußte) Täuschung zu Grunde, daßsie vorher, vor der Spekulation, wußten, was herauszubringenwar. Bewußte oder unbewußte Induktion ging der sehr wohlbewußten Deduktion vorher. Die Geschichte läßt sich nichta priori konstruieren, sie beruht und besteht in gegebenen That-sachen, deren Auffassung also immer das erste ist. Zwar istder Eintritt derselben, gerade ebenso sicher und streng wie dieNaturerscheinungen, von allgemeinen Gesetzen abhängig, es gehtauch im Menschen- und Völkerleben alles natürlich zu; aber dieseGesetze sind den: Menschen nicht von vornherein bekannt, sondernmüssen aus den Thatsachen entwickelt werden, die induktiveMethode tritt also hier ein. Das erfahrnngsmäßige,empirische Abbild der Welt im Geiste ist die Weltgeschichte,das rationelle Abbild derselben ist die Wissenschaft. Inder Erkenntnis und Aufstellung der geschichtlichen Weltgesetzestehen wir erst am Anfänge: soviel aber steht fest: wessen Ge-schichtsstndium nicht dahin führt, gar nicht darauf gerichtet ist,der kann vieles geschichtliche Material in seinem Kopfe anhüufen,zu seiner Bildung trägt das aber sehr wenig bei. Auf Per-sonen dieser Art paßt das Hegelsche Wort: „Die Geschichte lehrt,daß man ans ihr nichts lernt." Der geschichtliche Elementar-unterricht hat es nur mit den Elementen zu thun; in ihnenherrscht die Biographie vor. —
0. Die Religion (der religiös-sittliche Unterricht).
Die religiöse Erkenntnis hat einen geschichtlichen Verlaufgenommen, sie wird daher, insonderheit auf der unteren Stufe,der Geschichte entnommen, bei uns der biblischen Geschichte.An sie, an das Thatsächliche, knüpft sich die Entwickelung desreligiösen und sittlichen Inhalts, der, mit Anknüpfung an dasBewußtsein des Schülers, an die in ihm bereits vorhandenenGefühle und Gedanken, ihm zum klaren Bewußtsein gebracht undzur Erweckung des Willens benutzt wird. In dieser doppeltenHinsicht, sowohl in betreff der Benutzung der Geschichte als auchin psychologischer Hinsicht, herrscht die Methode vor, die wirbisher als die induktive erkannt haben. Weit entfernt also,