Druckschrift 
4 (1891)
Entstehung
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auf die Fortdauer der Schulaufsicht, stellen Sie selbst diesen An-trag! Es ist ruhmvoller, freiwillig ans ein Besitztum zu ver-zichten, als so lange zu warten, bis es verloren geht. Dann istauf Dank nicht zu rechnen, und ich muß Ihnen ohnedies sagen:das Resultat ist unwiderruflich, es liegt auf der Bahn unsererEntwickelung, es steht in den Sternen geschrieben. Die Sachewird dadurch gewinnen und Sie werden nichts verlieren. ImGegenteil: denen, welchen die Schulaufsicht eine Last war, unddie daher nichts Fruchtbringendes schafften, wird diese Last ab-genommen, und denen sie eine Lust war, denen verbleibt einefreundliche Verbindung mit dem Lehrer und der Schule. SindGeistliche und Lehrer nicht mehr alleinander gekettet, dann wirdsich ein gegenseitig förderndes Verhältnis leicht gestalten. Unddie Lehrer, denen ja überhaupt eine so schwere Last auf denSchultern ruht, müßten ihre eigenen Feinde sein, wenn sie diefreie Unterstützung in ihrem mühseligen Berufe von seiten eureswohlgesinnten, einflußreicheil Mannes nicht dankbar anerkennen,sondern zurückweisen wollten.

Gönnen Sie, geehrte Herren, den Lehrern die Beaufsichtigungder Schule und die Leitung des Schulwesens durch Männervom Fache!

Ob sie (die Lehrer) eine größere Selbständigkeit und damiteiir wenig mehr Anerkennung, ein bißchen mehr Ehre verdienen?Darauf diene zur Antwort die Aufforderung: man nenne einenStand in der Welt, der sich aus höherem, reinerem Interesseals der Lehrerstand seinem Berufe widmet! wer das vermag,der werfe einen Stein auf ihn, und versage ihm, nach wie vor,in schnöder Gesinnung die wohlverdiente Anerkennung. Mannenne die unreinen (egoistischen) Motive, welche den Jünglingiil dieses Amt treiben, den Mann darin festhalten können undmögen! Wie heißeil sie?

Nicht Neuerungssucht, nicht Abneigung gegen Unterordnung,nicht Feindschaft gegen Kirche und Religion oder andere unedleegoistische Motive drängeil nun seit beinahe einem Säkulumgerade den besten diesen lebhaften Wunsch auf, sie wollen nichtsailderes, als unter einem Führer und Leiter ihres Faches und