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4 (1891)
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zu lange geläutet; heute ist das Taufwasser zu warm, morgenzu kalt nein, meine Herren, einen Lehrer, der als solcherein feines Gefühl haben muß, der Möglichkeit einer solchen Lageauszusetzen, ist der Schicksale grausamstes.

3. Den geistlichen Inspektoren fehlt die Neigung und dieLust zur Schulaufsicht und -leitung. Ich verstehe: die Mehr-zahl oder, meinetwegen, eine große Anzahl derselben, ich haltedieses für eine Thatsache und finde sie natürlich, bin daherder letzte, der ihnen daraus einen Vorwurf macht. Es kannkaum anders sein.

Alan überlege das Wesen und die Wirkung der Gpmnasial-und Universitätsstudien, die Beschäftigung mit Wissenschaften,zumal mit derKönigin" derselben, der Theologie, den Mangelpädagogischer Studien und Erfahrung, der durch ein Hinein-blicken ihnen meist lästig und verhaßt genug in einSeminar nicht beseitigt werden kann, die Natur des Berufs alsPrediger und Seelsorger, desDieners am Worte", die Neigungzur Fortsetzung wissenschaftlicher Thätigkeit die so häufigeVersenkung, besonders der Theologen des letzten halben Jahr-hunderts, in die unfruchtbaren Theorien derHpperorthodoxien. s. w.mit berücksichtigend und stelle sich dann vor, daß einem Mannedieser Art zugemutet wird, sich mit innerer Beteiligung in dieVorkommnisse einer Volksschule zu vertiefen, die zwar nicht kleinund kleinlich sind, aber ihn: so erscheinen müssen, und die ihmin der Regel nur unangenehme Tätigkeiten zumuten und Ver-drießlichkeiten aller Art bereiten: und man wird wahrlichAnstand nehmen, über den so häufigen Mangel an Interessefür die Schule Klage zu führen und harte Urteile zu fällen.Es kann wie Menschen einmal sind nicht anders sein, wiees ist.

Ich sollte meinen, die Befreiung der Pfarrer von solchenGeschäften, die Ablösung von ihrer Verpflichtung zur persön-lichen Inspektion der Schule müßte ihnen als ein Werk der Er-lösung Vorkommen. Ein lästiges Anhängsel an das Kirchen-amt wäre ihnen abgenonunen, sie könnten sich nun ungestört und

Diesterweg, Ausgew. Schriften. 2. Ausl. IV. 15