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unseres Satzes: nicht der ethische, sondern der intellektuelle Faktorbildet das Hauptmoment oder Prinzip in der Förderung völker-schaftlicher Zivilisation und Kultur. Ich denke, die Lehrer werdenaus der Erkenntnis dieser Wahrheit Nutzen ziehen.
„MehrLicht!" sprechen auch wir mit dem sterbenden Goethe.Mehr Licht, mehr Einsicht, Kenntnis und Erkenntnis und damitweniger Aberglauben und weniger Intoleranz! Mau frage:welchen Umständen haben wir die Abschaffung des Jnguisitions-tribunals, der Hexenprozesse, der Tortur und anderer Grausam-keiten zu verdanken ? Mehr Licht, mehr Humanität! Im XVIII.Jahrhundert war mit der Steigerung der Aufklärung die Zu-nahme der Humanität und zugleich die Abnahme der orthodoxenGlaubensstrenge verbunden — das giebt auch etwas zu denken.* *
Es giebt Leute, welche durch die Wahrnehmung, daß solcheMenschen, in welchen eine völlige Gleichgültigkeit gegen die Re-ligion (der sogenannte Jndifferentismus) vorgefundeu wird,tolerant zu sein pflegen, vor der Toleranz etwas bange und scheuwerden. Es ist natürlich: Gleichgültig gegen eine Sache machtnicht verfolgungssüchtig; aber folgt daraus, daß Toleranz gleich-gültig mache ? Mit Nichten; warme Anhänglichkeit an die Religionkann mit echter Toleranz sich nicht nur vertragen, sondern ohnesie existiert gar keine wahre Religion; sie ist eine Folge wirklicher,lebendiger Religiosität. „Ohne Liebe preist kein Wesen Gott",
Ob die Anlagen und Fähigkeiten zur Sittlichkeit und Intelligenz nachund nach sich ändern, z. B. mit dem Fortschritt in beiden größer werden,so daß die Kinder dann in besserer Beschaffenheit geboren werden alsfrüher, ist noch nicht ausgemacht. Die Orthodoxie nimmt an und be-hauptet, daß mit dem Sündenfall Herz und Verstand zugleich in Verderb-nis geraten seien.
* Ich überlasse es dem Leser, mit dem Blick auf die Geschichte dievier Fälle in Erwägung zu ziehen
-s- Aufklärung und st- Orthodoxie
Für welche dieser Fälle spricht die Geschichte? Das Resultat dieserBetrachtung ist manchen Personen gewiß sehr widerwärtig, und sie werdensich versucht fühlen, wider den Stachel der Wahrheit zu lecken; aber waswird es helfen? —