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welche sich auf den Wunderglauben stützen oder auch nur dieWunder als bestätigende Momente des außerweltlichen und über-menschlichen Ursprungs der Religion ausstellen, ins Gedränge.Solche Wahrnehmungen werden uns aber hoffentlich die Wissen-schaften nicht verleiden, und noch weniger das Streben nachVolksaufklärung und Volksbildung. Denn es steht fest: die un-endlichen Fortschritte in Zivilisation und Kultur, die wir vorden Völkern des Altertums, selbst vor dem höchstgebildeten, denGriechen,* voraushaben, haben wir vorzugsweise den Fortschrittenin den Wissenschaften und der Entwickelung der Intelligenzzu verdanken. Ob wir in edlen Gesinnungen und Tugendenaller Art gegen das Altertum und gegen frühere christliche Jahr-hunderte wesentliche Fortschritte gemacht haben — ich glaube es;aber es ist von anerkannten Männern, großen Geschichtskennern,hezweifelt worden.** Daraus folgt wenigstens die Wahrheit
* Die Moralsysteme waren bei den Griechen fast ebenso ausgebildetwie die heutigen. Darin sind große Fortschrite nicht gemacht worden. Hättedie Christenheit, statt kirchliche und dogmatische Systeme — die Ursachender Spaltungen in Parteien und Fraktionen — auszubilden, sich an diegöttlicherhabenen Lehren des N. T. gehalten, so würde niemals unter ihnenvon einer Pflicht der Duldung die Rede gewesen, ja es würde nur ein ab-sonderlicher Kopf darauf gekommen sein, diese Pflicht zu erfinden. Leidergehört sie fast zwei Jahrtausende nach der Erscheinung der Lehre von derLiebe zu allen Menschen, in manchen Ländern, welche diese Lehre heilig zuhalten vermeinen, bis heute zu den unbekannten Dingen. —
** Unzweifelhaft hängt der geistige Fortschritt einer Nation von demFortschritt in Sittlichkeit und in Intelligenz ab. Ob der eine durch denandern bedingt ist, d. h. ob Sittlichkeit (des Willens) und Einsicht (des Ver-standes) stets in gleichem Grade wachsen und abnehmen — diese Frage wirdvon den Historikern verschieden beantwortet. Der möglichen Fälle sind vier:
1. Fortschritt in Sittlichkeit und Fortschritt in Intelligenz.
2. Fortschritt „ „ „ Rückschritt „ „
3. Rückschritt „ „ „ Fortschritt „ „
4. Rückschritt „ „ „ Rückschritt „ „
Nr. 1 und Nr. 4 sind die normalen Fälle im Ganzen einer Nation.Nr. 2 und Nr. 3 kommen wenigstens im Leben einzelner Personen vor, be-sonders Nr. 3, nach dem alten Spruche: gut protieit in littsris st üstieitin moribus plus clsüoit guain proüoit. Auf Nr. 2 hat es in gewissenZeiten das Pfaffentum abgesehen gehabt, welches danach trachtete, dieMenschen fromm zu machen, aber sie in der Dummheit zu erhalten. —