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endliche Sieg. Ein solcher Triumph ist jeder tieferen Wahrheitgesichert. —
Das Reformationszeitalter erzeugte die religiöse Feindselig-keit, den Streit und Haß der Konfessionen, mit ihnen die trennen-den Konfessionsschulen, nicht bloß die evangelischen im Gegensätzezu den katholischen, sondern auch die lutherischen und reformierten.Das 18. Jahrhundert temperierte diesen Gegensatz, diesen Haß.Das 19. brachte die evangelische Union, brachte Simultanschulen— ein großer Fortschritt. Die Reaktion in Preußen — mitdem Jahre 1819 beginnend — suchte sie zu verdrängen, und siehält an diesen: Widerspruch fest bis diesen Tag. Aber die öffent-liche Meinung klärt sich. Der Trieb nach Einheit und Einigungsteigt, Toleranz und Humanität nehmen zu, die völlige Eman-zipation unserer jüdischen Mitbürger ist nur noch eine Frageder Zeit. Ihr mächtiger Strom ergreift auch die Lehrer unddie Schule. Täuschen wir uns nicht; zweifeln wir nicht: dergeschichtliche Verlauf, von: 16. Jahrhundert an bis znm 20.,das nicht fern ist, ist und wird der sein:
Konfessi onsschu le, Simultanschnle, konfessionslose
Schule*.
Die mittlere bildet den Übergang, den wir bereits erreichthaben. Die konfessionslose Schule ist indessen noch nicht dasLetzte. Sie ist nur notwendig, um über die trennenden Unter-schiede thatsächlich hinwegzukommen; sie selbst führt zur letztenStufe: znm gemeinsamen religiösen Unterricht allerKinder. Das ist unsere Meinung und unser Wunsch. Wertrotz dieser offenen Erklärung ineinen, d. h. de»: Wahne ver-fallen sollte, daß wir die Tendenz und die Absicht hätten, alsendliches Resultat eine religionslose Schule zu gründen, demsagen wir: er irrt.
Doch genug; der denkende Lehrer weiß es: die Gedankenanderer fördern nur, wenn sie eigene Gedanken anregen.
* „Eine Erziehungslehre in echt christlichem Sinne müßte von allenKonfessionsverwandten gebraucht werden können; den» sie darf nichts Kon-fessionelles enthalten, wohl aber soll sie der Religiosität jeder Konfessiondie Bahn brechen." Curtmann.