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4 (1891)
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klärung des 18. Jahrhunderts, dem wir, was wir davon besitzen,Toleranz, Humanität und gleiche Gerechtigkeit gegen alle Staats-bürger verdanken, nichts wissen wollen und uns das Joch derAutorität und des Buchstabenglaubens wieder aufhalsen möchten!

Obigen Ansichten gemäßnährte v. Zedlitz seit langem denGedanken, welchen mehrere große Männer gehabt haben, dasSchulwesen ganz von dem geistlichen Stande zu trennen". Jeder-mann sieht ein, daß, wenn man sich einmal zu konfessionslosenSchulen entschließt, dieses Resultat von selbst erfolgen wird.

Ähnlich wie v. Zedlitz dachten, wie aus der BerlinerMonatsschrift, aus dein Braunschweigischen Journal und ausanderen selbständigen Schriften hervorgeht, die Lehrer desDessauischen Philanthropins, namentlich Campe und Salz-mann, demnächst der intime Freund des Herrn v. Zedlitz,der schon genannte, um die Preußischen Schulen hochverdienteDomherr v. Rochow, und selbst katholische Theologen, z. B.der Prior Hoogen, neigten sich der Ansicht dieser erleuchtetenMänner zu. Käme, es hier auf Autoritäten an, so wären nochdie Namen Natorp, Dinter, Gedike, Pestalozzi undFröbel hinznzufügen. Mau lebte in den Zeiten der religiösenAufklärung, der Toleranz und Humanität. Ganz im Geiste dergenannten Männer und nach ihren ausdrücklichen Erklärungen istdas Folgende zu sagen.

Gegen die Sitte, 14jährige Kinder religiös-kirchliche Glaubens-bekenntnisse ablegen zu lassen, scheint niemand etwas zu haben.Und doch ist es für den, welcher nieiß, was Religion ist odersein soll, und nicht vergißt, auf welchem Bildungsstandpuukt einKind steht, eine der verwunderlichsten, nur historisch zu begreifen-den Gebräuche. Die rechtgläubigen Kirchen und welche märenicht rechtgläubig? betrachten den, welcher später zu einerandern Rechtgläubigkeit übergeht, als einen Abtrünnigen, wohlauch als einen meineidig gewordenen verlorene» Menschen, denman zu meiden, wohl auch zu hassen oder ein wenig zu verfolgenberechtigt sei. Was wird man nach ein paar Jahrhunderten,Gott gebe Jahrzehnten, dazu sagen? Was würde man schon jetztdazu sagen, wenn man Vierzehnjährigen politische Glaubens-