daß ein wenig Demonstration dabei gewesen, ich glaube diesesselbst. Aber wenn es dies ist, so zeigt sich eben dadurch derZwiespalt und die tiefe Kluft, welche zwischen dem Bewußtseinintelligenter Bürger und manchen Maßregeln unserer Regierungstattsindet, eine tiefe Kluft als Erbteil jener traurigen Zeit; ichdenke daher, es wäre doch wahrlich endlich an der Zeit, dienoch so greifbaren und sichtbaren Spuren jener unglücklichenPeriode endlich mit Stumpf und Stiel auszurotten und von deinBoden des Landes zu entfernen. —
(Bravo!)
Die Vorwürfe, Klagen und Anklagen der Denkschrift treffennicht bloß die Seminar- und Volksschullehrer der ProvinzSchlesien, nein, alle im Staate, mit Ausnahme der Rheinprovinzund Westfalen, namentlich dort, wo alles längst herrlich bestelltsein soll.* Unsere diesseitigen sechs Provinzen stehen unter demFluch und der Verdammung der Denkschrift. Vor jeder Schuleaber steht ein Hirte, welcher die Schule bewacht. In der Regelbefindet sich seine Hütte neben der Schule. Haben denn diesebestellten Wächter nicht bemerkt, daß der Wolf gekommen und indie Herde eingebrochen war? Sie scheinen nichts gemerkt zuhaben, im Gegenteil: sie haben alljährlich die Lehrer zu Grati-fikationen vorgeschlagen, was — natürlich unglücklicherweise —immer noch notwendig ist.
Alan hat den Lehrern Gratifikationen bewilligt, ihnen an-erkennende Dankschreiben zugefertigt, ja, man hat auf Antrag derLokal-Inspektoren, der Revisoren und der Landräte ihre Brustvielfach mit Orden und Ehrenzeichen geschmückt. Dennoch werdendiese Männer auch von der Verdammung der Denkschrift ge-troffen. Ja, es geht weiter, hinauf bis zu den Räten derschlesischen Regierungen und den Provinzial-Schulkollegien, estrifft sämtliche Schulräte, welche alljährlich ihre Revisionsreisenmachten, Examina anstellten, die Schullehrer überwachten, —waren es lauter Dummköpfe oder Verräter, daß sie den hohenBehörden nichts davon mitteilten, daß eine solche Verderbnis in
* Herr Stiehl hat ein paar Jahre am Seminar in Neuwied gewirkt,Herr Zahn viele Jahre in Mors.