Druckschrift 
4 (1891)
Entstehung
Seite
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zu einem bestimmten deutlichen und vollkommenen Lese-Unterrichtnicht befähigt. Was die moderne Schule in dieser Beziehung ge-leistet hat, mutz als ausserordentlich bezeichnet werden. WennSie sich erinnern, wie früher die Schüler lasen, mit welchem ab-schreckenden, in die Flucht schlagenden Tone, und wenn Sie dannz. B. in die hiesige Seminarschule eintreten und hören, wie jetztdort die Lehrer, d. h. nicht die nach den Regulativen geschultenLehrer, unterrichten: dann werden Sie sehen, was für ungeheureFortschritte in der genannten Beziehung durch genaues Unter-scheiden gemacht worden sind.

Was Sie zu Nummer 10 gesagt und gedacht haben mögen,wenn Sie diesen Passus mit Aufmerksamkeit gelesen haben, dasmöchte ich in der That wissen. Man kann ihn in der That mirlesen mit bedauerlich lachendem Achselzucken. Dieser Passus er-öffnet uns einen Blick in die wetterwendische Natur untergeord-neter Behörde». Es ist Ihnen erinnerlich, daß Herr v. Raumerin betreff der Privat-Lektüre der künftigen Schullehrer, das Lesen,wie er sich auszudrücken beliebte, der sogenannten klassischendeutschen Litteratur verbot. Sofort acceptierten die Behörden dieBefehle und führten sie strenge durch. Jetzt, nachdem der gegen-wärtige Herr Kultus Minister einige Konzessionen gemacht underklärt hat, die Seminaristen könnten allenfalls Hermann undDorothea, oder auchwohl" Schillers Teil, aber freilich durch-aus nicht seine Götter Griechenlands und auch nicht GoethesIphigenie und Tasso lesen in Goethes Iphigenie steht, bei-läufig gesagt, ein Satz, den die Herren Berichterstatter der Denk-schrift wohl hätten befolgen können und sollen:Wohl dem, derseiner Väter gern gedenkt", also,

(Bravo!)

nachdem der Herr Minister einige Konzessionen gemacht hatschwächliche Konzessionen freilich, aber doch einige Fortschritte

(Heiterkeit.)

lder Herr v. Raumer schrieb den Lehrern statt der deutschenLitteratur Grimms Märchen, Missions-Blätter, Scharteken ausdem Rauhen Hause u. dergl. vor)

(Heiterkeit.)