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Selbstbeschränknug sich iin Leben orientiert und mit dem Ganzenals Glied in die Wechselbeziehung des Empfangens und Wirkenstritt."
Diese schwülstige Definition des Begriffs Bildung rührt vomDekan Hauber in Ulm her. Ein anderer definiert so:
„Unter Bildung ist zu verstehen die mit Überwindung dernatürlichen Roheit erreichte, im Leben sich kundgebeude Ange-messenheit des Denkens und Wissens, Empfindens, Wollens undThuns zu den Forderungen, welche der Geist der Zeit an denEinzelnen stellt."
Curtm au nennt Bildung „den Inbegriff der Vorstellungenund Gewöhnungen, welche sich, weil sie bereits als wertvollgelten, ein Mensch bis zur freien Verfügung aneignet".
Der Leser wird der zweiten Erklärung den Vorzug geben.Wer damit nicht zufrieden ist, versuche eine bessere. So vielsteht fest: die Vorstellung, die einer von Bildung hat, richtet sichnach dem Grade und der Art der Bildung, die ihm selbst eigenist. Mit dem Fortschreiten in der Bildung ändert sich daher dieVorstellung von der Bildung selbst. Dieses Fortschreiteu ist ebendarum die Hauptsache.
2. Die Bildung eines Volkes nennt man mit Kaut dieZivilisation und Kultur desselben. Die Kultur einesVolkes, eines ganzen Zeitalters, ist um so größer, je vollkommenerund vollständiger die Mittel und Einrichtungen vorhanden sind,welche die materiellen und geistigen Bedürfnisse der Menschen(wo möglich aller) befriedigen. Da die geistigen Bedürfnisse denBesitz der materiellen Mittel voraussetzen, so kann man sagen:die .Kultur eines Volkes ist in dem Grade gesteigert, in welchemdie geistigen Bestrebungen allgemein geworden sind, in welchemdie ganze Bevölkerung an den idealen Gütern teilnimmt.Die Bildung eines Einzelnen ruht auf der Ausbildung seinesKörpers und auf dem Besitz oder Erwerb der erforderlichenmateriellen Mittel, die Kultur eines Zeitalters ebenfalls aufmaterieller Grundlage, von welchen Grundlagen aus sich diehöhere Gesittung des Einzelnen und die höhere Kultur der Ge-samtbevölkerung erhebt.