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rauben! Wie jener hochgestellte katholische Geistliche sprach: „Christist mein Name, Katholik inein Beiname," so sprich und denkedu: „Mensch ist mein Name, Deutscher mein Beiname." —
5) Von der allgemeinen Weltgeschichte brauchst du nichtszu wissen, die vaterländische reicht für dich lind dein banausischesTreiben hin, jene kannst du nicht einmal versteheil! Und wassoll dir gründliche Kenntnis der deutschen Grammatik? wasKunde der deutschen Litteratur? Den „Wilhelm Dell" von einemgewissen Schiller, „Hermann und Dorothea" von einem ditoGoethe magst du meinetwegen einmal ansehen; nicht aberjenes „Götter Griechenlands", die sind über deinen Horizont, diekönnten dich nur verführen, auch nicht dieses Iphigenie undTasso, die in dem Hirn eines Elementarlehrers nur Unheil an-richten, ihm Wackernagelsche „Verstiegenheit" anbilden möchten!
Solche und ähnliche Reden haben die Lehrer in den letztenzehil Jahren bis zu dein gegenwärtigen (1861) vernehmeil müssen,und von wem?
Laßt euch nicht beirren, sage ich, laßt euch zu solcher „Um-kehr" nicht bestimmen! Die wohlmeinenden Herren irren; sieglauben an „Abschluß" der bisherigen Geschichte, an Abschlußder pädagogischen Entwickelung bis zum Jahre 1854, und ver-meinen den Beruf empfangen zu haben, diesen Abschluß fixierenzu müssen. Abschluß in diesen: Jahrzehnt, dein 19. Jahrhundert!Kann ein kolossalerer Irrtum erdacht werden? Wo solche Hirn-gespinste sich eingenistet haben, da darf inan sich über dieextremsten Maßregeln nicht mehr wundern. Fahret hin!
6) Und was hältst du von Didaktik und Methodik, nichtbloß von speziellen Regeln über dies und das, sondern vonallgemeinen, allgemein-menschlichen Gesetzen und Grundsätzeneines geistbildenden Unterrichts? Gehören die auch in das Kapitelvon der Übergeschnapptheit der Lehrer vor 1854?
Halte dich, heißt es in diesem Kapitel, an eine „praktischeSchulkunde", lerne deren Vorschrifteil, wo möglich, auswendig,weilde sie, die ihren Ursprung in altbewährter, „christlicher" Er-fahrung haben, treu an — dann bist du von allem Jrrlichte-
Dissterweg, Ausgew. Schriften. 2 . Anfl. IV. 10