Druckschrift 
4 (1891)
Entstehung
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wird nicht verkennen, daß dasjenige im Menschen, was manGeist, d. h. Verstehen, Begreifen, Urteilen, Denken, Verständig-sein, Selbstregiernng rc. nennt, hinter dem, was ihnen über-liefert worden ist, was sie behalten, was sie answendig gelernthaben, unendlich zurückgeblieben ist. Man erkennt dann eineder Ursachen der Stumpfheit, Gewohnheitsmäßigkeit, Steifheit,Ungelenkigkeit, Dumpfheit, mechanischen Lebensrichtung so vielerMenschen, eine der Ursachen der schrecklichen Langsamkeit derEntwickelung unserer Nation, woran die Versuche der Um- undFortbildung in tausend und abertausend Fällen scheitern undpraktische Menschen, die sich an diesen: Felsen abarbeiten, er-müden, förmlich verzweifeln, so daß sie es zuletzt gehen lassen,wie es geht. Der Verstand, die innere, bewegende Thätigkeitsolcher Menschen ist in der Jugend nicht geweckt worden; manhatSchätze" in ihr Gedächtnis niedergelegt, aber sie sind un-benutzt geblieben, und sie haben dazu beigetragen, das schwacheGeistesleben zu töten.

Um dies zu begreifen, die Größe dieser Gefahr zu erkennen,braucht man nur auf die Beschaffenheit vieler den Schulen über-lieferter Kinder, die beengenden Schulverhältnisse und die Naturvieler Lehrer einen Blick zu werfen.

Die Beschaffenheit vieler Kinder! Wie sind siestumpf, träge, ungeübt im Sehen und Hören, im Aufmerkenund Sprechen! Das will was heißen, die zu weckeu und lebendigzu machen! Es gehört eine ungeheure Kraft, eine Unermüdlich-keit ohne Grenzen dazu. Gelingt es nicht, so ermüdet der Lehrerzuletzt, er verzweifelt, er kommt dahin, das Kind mechanisch zuüben, es abzurichten; lernen und wissen soll es etwas, wenigstensdas Nötigste, die Eltern erwarten es, der Schulinspektor verlangtes, man läßt es auswendig lernen, d. h. die Worte fassenund nachsprechen. Der tote und tötende Mechanismus ist da.Die Schule weckt nun nicht, sondern stumpft ab, es entsteht dieernste Frage, ob es nicht besser gewesen wäre, das Kind märegar nicht in die Schule gegangen, es wäre dem durch seine Be-schaffenheit stets anregenden Leben auf Wiese und imWalde, den Naturkräften, übergeben geblieben.