Druckschrift 
4 (1891)
Entstehung
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sentimmtalisiermdeir Geschmacklosigkeiten* zu ihrer Zeit gewesensein mögen, oft abgefaßt in einer Sprache, daß selbst JakobGrimm darüber zu stolpern fürchten muß diese Lieder sollendie Kinder lernen und behalten! Was wird davon die Folge

* voesniGeschmacklosigkeit" will ich einmal einen andern Mannsprechen lassen: den Bremenschen genialen, unvergessenen GpmnasialdirektorWeber:Es gilt hierbei (bei der Auswahl der Volksbücher) unendlichwesentlicher eine ästhetische als eine moralische Fürsorge; denn mit derästhetischen Strenge im Litteraturleben wahrt man die moralische mit; essind tausend ästhetisch-schlechte Bücher moralisch unschädlich auf ein moralisch-gefährliches, das ästhetisch zu billigen wäre. Ich spreche nämlich hier alsMoralist, nicht als Pastor, oder, wenn Ihr das lieber hört, als Theolog.Der Theolog, wie er, leider Gottes! in der Mehrzahl jetzt urteilt und ur-teilen muß, wenn ergut angeschrieben" sein will, erkennt alles für ge-fährlich, was nicht dumm ist. Aber schon vermöge spezifischer Behaglichkeit,es werde der Priester für den Gott herhalten müssen, sind die Theologenkeine unbefangenen Richter dessen, was rein menschlich, sittlich und selbstreligiös ist, ohne daß es deshalb theologisch ist. Daher ich von einer solchenCphorie des pädagogischen und ästhetischen Lehrtums jede theologische Per-sönlichkeit als solche schlechthin ausschließen würde, wie ich denn auch über-zeugt bin, daß unser gesamtes pädagogisches Wirken von aller theologischenMitwirkung, sei es direkt oder indirekt, entschiedenst befreit werden muß." Ferner:Es ist leider gewiß, daß die Theologen in den pädagogischenBestrebungen am meisten unpoetisch verfahren, wofür man einfach aufunsere Gesangbücher Hinweisen darf. Hat man bei dem Entschluß, alteLieder trotz ihrer ästhetischen und sprachlichen Härten und trotz ihrer altenGlaubensanschauungen in die Kreise der Jugend wieder einzuführen, nichtauch auf die Ansichten der Eltern Rücksicht zu nehmen? Kann man dieOhren der Kinder vor dem Gespötte der Eltern verschließen? Gewinnt manso die Herzen der Kinder für Religion?"

Bei gewissen Formeln und Vorstellungsarten, die zu den Zeiten unsererVäter noch unanständig waren, die aber jetzt den meisten unter unfern Zu-hörern nur Unwissende und Schwache ausgenommen äußerst an-stößig sind, unveränderlich zu bleiben, das wäre die strafbarste undunverantwortlichste Heuchelei."

Prediger Rosenmüller.

Und Bunsen sagt (Bibelwerk I.):

Hinsichtlich der veralteten Wörter regt sich jetzt wieder eine leiden-schaftliche Blindheit, ihnen durch die Volksschulen ein tröstliches Leben zuverschaffen. Ein neues Mittel, dem Volke die Bibel (und das Gesangbuch)zu verleiden."