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dieser Zerwürfnisse; wenn man die Ursache aufhebt, so hört be-kanntermaßen auch die Wirkung auf.
Vor dem Erlaß jener Edikte hat man von Unordnung inder Volksschule, so viel ich weiß, nichts verspürt. Die Zerwürf-nisse sind ganz ähnlicher Art wie diejenigen, die durch die soge-nannten Konkordate herbeigefiihrt worden, die deswegen nichteigentlich Konkordate, sondern Diskordate genannt werdensollten. Die preußischen Schul-Regulative sind in ihrer Wirkungnichts anderes als die preußischen Konkordate. Ohne weiterdarauf einzugehen, muß ich meine Ansicht dahin aussprechen, daßdiese preußischen Schul-Regulative verfassungswidrig ent-standen sind, indem drei ganz bestimmte Artikel der Verfassungihnen widersprechen, einmal der Artikel 24, welcher anordnet,daß der Religions-Unterricht in den öffentlichen Schulen von derKirche geleitet werden solle — der Unterrichts-Minister und derOber Kirchenrat sind aber nicht die Kirche. Es widerspricht ihnender Artikel 26, der das Unterrichtsgesetz fordert, und ganz direktmit deutlichen Buchstaben der Artikel 112, welcher verlangt, daßes bis zum Erlaß des Unterrichtsgesetzes bei den bisherigen An-ordnungen bewenden solle. Aus diesen Gründen schließe ich, dieRegulative sind verfassungswidrig und bestehen nicht zu Recht.Es wäre daher, nach meiner Meinung, von: jetzigen Staats-Ministerium beim Antritt seiner Regierung zu erwarten gewesen,daß sie von demselben sofort aufgehoben worden. Ich gehe dar-auf nicht ein, weil ich hoffe, daß ein juristisch geschultesMitglied dieses Hauses den Beweis für die ausgesprochene An-sicht gründlich durchführt.
Ich muß es, dem Gegenstände immer näherrückend, sehrbedauern, daß wir es in dieser Angelegenheit nicht bloß mit derHinterlassenschaft des Herrn von Raumer und seines Negierungs-Kommissars, sondern auch mit dem gegenwärtigen Herrn Kultus-Minister zu thlin haben. Mit Staunen und Bedauern habe ichmit vielen intelligenten Menschen die Verfügung des HerrnMinisters vom 19. November v. I. gelesen, habe mit Bedauernwahrgenommen, daß sich der Herr Minister auf seiner Schul-Jnspektionsreise nicht von unparteiischen Schulmännern, d. h.