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bereitet die Gemüter zu einem blinden, bequemen Glauben, undmit Wucher erstattet dem Despotismus die Hierarchie ihre Dienstewieder." —
Vergleiche man damit, was die deutsche Pädagogik bisherwollte, was aber die, welche von „überwundenen Standpunkten"reden, nicht mehr wollen!
Wird der Leser sich wundern, daß Schiller es für einVerbrechen an der Kultur der Menschheit erklärte, wenn manauf veralteten Standpunkten stehen bleiben und das festhaltenwollte, was früheren Jahrhunderten gemäß war, es jetzt abernicht mehr ist — darüber wundern, daß er Traditionen undAutoritäten der freien Untersuchung unterstellte — daß er denGlauben an naturwidrige Ereignisse, Wunder und Mirakel füreinen Beweis der Unkenntnis der Naturgesetze erklärte —daß er überall, in der Natur wie in der Geschichte, natur-gesetzliche Vorgänge erblickte — daß er überall der Freiheit,als das Mittel zu schöner Menschlichkeit und Humanitätzu gelangen, sein begeisterndes Wort lieh — daß er den Glaubenan Freiheit, Unsterblichkeit und Gottheit als den Inbegriff desinenschlichen Glaubens proklamierte — daß er gegen die Be-kehrungssucht eiferte — daß er den Wert der Reformation nichtin neu aufgestellten Symbolen, sondern in der Befreiung vongeistlichem Despotismus und in der Eroberung des Rechtes freier,schrankenloser Forschung erblickte und davor warnte, den Geistvon neuem in dogmatische Fesseln zu schlagen — daß er allesPositive als ein Mittel ansah, die freie Entwickelung zu be-schränken — daß er das Dogma von einem radikalen Hang desMenschen zum Bösen oder der historisch begründeten Erbsündeverwarf — daß er den sogenannten Sündenfall als „des MenschenAbfall von dem blinden Zufall der Natur als erstes Wagstückseiner Vernunft und als ersten Anfang seines moralischen Daseins,folglich als die glücklichste Begebenheit in der Geschichte, als denAnfangspunkt aller menschlichen Vollkommenheit und Bildung"betrachtete — daß er die Erklärung der Menschheitsgeschichte nachgöttlichen Zweckbegriffen als Überhebung und Vermessenheit dermenschlichen Vernunft ansah — daß er die edle Menschlichkeit in