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Forderung der Wahrh eits treuen und der Treuen gegenredliche Überzeugung, „aus Religion" — den Grundsätzen huldigend,daß das Denken wichtiger sei, als das Gedachte, daß das Ver-arbeiten der Stoffe die Hauptsache sei in allem Lernen undBilden, daß es überall auf die Erweckung der Selbstthätigkeitankonnne, daß das passive Verhalten zu überwinden, die gott-gegebene individuelle Natur des Zöglings zu respektieren undanszubilden, der einzelne in eigentümlicher Weise dem Ganzenanzuschließen sei. Überlege man von tausenden seiner Andeu-tungen und Aussprüche nur noch die folgenden, vergleiche inansie mit dem, was heutzutage als das Resultat pädagogischerWeisheit den Lehrern aufzudringen versucht wird:
Immer strebe zum Ganzen, lebe im Ganzen, schließ' an einGanzes dich an!
Gieb dem Zögling die Richtung zu freier Entwickelung,handle stets nach dem Bedürfnis seiner Jahre*, und du darfstdich der Vollendung seiner Individualität getrösten!
Das edelste Vorrecht der menschlichen Natur ist, sich selbstzu bestimmen und das Gute um des Guten willen zu thun.Wehe dem Bestreben, die Unterjochung des Geistes als die Auf-gabe der Erziehung zu betrachten und zu empfehlen!
Religionsunterricht soll man nicht eher erteilen, als bis sichdas Bedürfnis dazu iu dem Kinde kund giebt**. Jede Ver-fluchung rächt sich durch naturwidrige Folge».
Nicht durch Satzungen, sondern durch die Erweckung derGefühle legt man. den Grund zu edler Menschlichkeit.
Das Wesen der Religion liegt nicht im Lehrgebäude, nicht
* Ganz damit in Übereinstimmung sagt Goethe: „Wehe jeder Artvon Bildung, welche uns auf das Ende hinweist, statt uns auf dem Wegezu beglücken! Man soll die Jugendblüte nicht zum Vorteil des Greisenaltersabstreife». Jeder Weg ist zugleich ein Ziel."
** In der Übereinstimmung mit dem einschneidenden, leider nur zuselten beachteten Warnungsworte I. Pauls: „Das bedenket ihr nicht, ihrFluchlehrer, die ihr den Kindern den Trank früher gebt als de» Durst,dis ihr, wie einige Blumisten, in die gespaltenen Stengel der Blumenfertige Lackfarben und in ihren Kelch fremden Bisam legt, anstatt ihnenbloß Morgensonne und Blumenerde zu geben" u. s. w.